Zwei Experten vor einer Produktionsanlage bei Audi in Neckarsulm

Blick in die Zukunft: Mathias Mayer (l.) und Andreas Rieker (r.) haben eine Predictive Maintenance-Lösung entwickelt und können damit Verschleiß schon vor dem Auftreten in Produktionsanlagen vorhersehen. Bild: Audi

| von Götz Fuchslocher

Um den Verschleiß an Produktionsanlagen vorherzusehen, setzt Audi im Karosseriebau in Neckarsulm auf die vorausschauende Instandhaltung. Laut dem OEM werden in den Stanznietsystemen zwischen 600.000 und 1,2 Millionen Niete mit Druckluft durch einen Kunststoffschlauch getrieben. "Bei dieser Technik wird der Stanzniet mit bis zu 20 Metern pro Sekunde durch den Schlauch befördert. Dadurch entstehen Verschleißspuren innerhalb des Schlauchs“, sagt Andreas Rieker, Instandhaltungsplaner in Neckarsulm.

Um den idealen Zeitpunkt für den Austausch der Schläuche zu bestimmen, hat man bei Audi über eine Millionen Daten gesammelt und ausgewertet. Man werfe sozusagen einen Blick in die Zukunft – mithilfe von Daten, Algorithmen und Messwerten, schildert Mathias Mayer vom Tech Hub Data Driven Production am Audi-Standort Neckarsulm. Die Prozesse werden von den Mitarbeitern außerdem standardisiert, um mehrere Anlagen und Maschinen mit Datenbanken zu verbinden. In naher Zukunft sollen auch andere Prozessdaten ausgelesen und interpretiert werden.

Weitere Unterstützung erhalten die Instandhalter im Neckarsulmer Karosseriebau von der App iMaintenance. Dahinter verbirgt sich eine Wissensdatenbank mit rund 5.000 Seiten Material, klaren Maßnahmen zur Fehlerbehebung und Handlungsempfehlungen. Zeigt eine Maschine einen Fehlercode an, kann der Audianer diesen einfach auf einem Tablet eingeben und erhält eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, was bei der Instandhaltung zu tun ist. Die App ist Teil des Gemeinschaftsprojekts Mobile Integrated Maintenance von den Audi-Standorten Ingolstadt und Neckarsulm. Es umfasst noch weitere innovative Projekte, wie die App Audi Mobile Instandhaltung.

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