Bosch hat eine kompakte Leistungselektronik entwickelt, die in Hybrid- und Elektrofahrzeugen die

Bosch hat eine kompakte Leistungselektronik entwickelt, die in Hybrid- und Elektrofahrzeugen die Energieströme steuert (Bild: Bosch).

„Die Antriebsart wird sich in Zukunft an den jeweiligen individuellen Mobilitätsbedürfnissen des Autofahrers orientieren. Das Elektroauto spielt hier künftig zunehmend eine Rolle“, erläutert Dr. Rolf Bulander, Vorsitzender des Bereichsvorstands
Gasoline Systems bei der Robert Bosch GmbH. Elektrofahrzeuge können
ihre Stärken vor allem in den weltweit stark wachsenden Megacitys entfalten
und Ballungszentren von Emissionen entlasten. Angetrieben mit Strom
aus regenerativen Quellen, leistet das Elektroauto zudem einen wesentlichen
Beitrag zur CO2-Reduzierung. Mittlere Reichweiten und lange Strecken
sind für kontinuierlich weiterentwickelte, verbrauchsarme Diesel- und
Benzinmotoren geeignet. Hybridfahrzeuge bieten sich für alle drei Fahrprofile
an, Brennstoffzellenfahrzeuge vor allem für lange Distanzen. „Deswegen
tun wir das eine, ohne das andere zu lassen – wir entwickeln Diesel- und
Benzinmotor weiter und engagieren uns gleichzeitig intensiv für die Elektrifizierung
des automobilen Antriebs“, so Bulander weiter.

Hybridantriebe, die Kombination aus Verbrenner und Elektromotor, stellen
auf dem Weg zum rein elektrischen Antrieb die technologische Brücke dar.
Mit den Vollhybriden Porsche Cayenne S und Volkswagen Touareg sind in
diesem Jahr die weltweit ersten Fahrzeuge mit der innovativen Parallel-
Hybridtechnik von Bosch auf den Markt gekommen. Weiterhin hat PSA
Peugeot Citroen mit Bosch eine Entwicklungskooperation für Diesel-
Hybridfahrzeuge mit elektrischem Allradantrieb gegründet, die ab 2011 in
Serie gehen werden. Hierfür entwickelt und fertigt Bosch die Leistungselektronik
sowie Elektromotoren. Weitere Projekte aus dem 2009 bei
Bosch etablierten Produktbereich für Hybrid- und Elektrofahrzeugtechnologien
werden folgen. Im Jahr 2004 startete das damalige „Projekthaus
Hybridtechnologie“ mit rund 100 Mitarbeitern. Heute entwickeln bei Bosch
weltweit rund 800 Mitarbeiter Technologien für Hybrid- und Elektrofahrzeuge.
Hinzu kommen die rund 650 Mitarbeiter im Joint Venture SB LiMotive,
die die Lithium-Ionen-Batterietechnik für Anwendungen im Automobil weiterentwickeln.
Erster Kunde des 2008 gegründeten Unternehmens ist
BMW. Der bayerische Automobilhersteller wird bei SB LiMotive die Batteriezellen
für das rein elektrisch angetriebene Megacity Vehicle beziehen.
Vollständiges Produktportfolio für Hybrid- und elektrische Antriebe
Für Hybrid- und elektrische Antriebe hat Bosch bereits ein vollständiges
Produktportfolio aufgebaut. Dazu zählen Kernkomponenten wie die Leistungselektronik,
die die Energieströme im Hybrid- und Elektrofahrzeug
steuert und drehmomentstarke Elektromotoren. Für Leistungselektronik
entsteht derzeit am Standort Reutlingen eine erste Serienfertigung, für
Elektromotoren in Hildesheim. Hinzu kommen Ladegeräte, die bei Plug-in-
Hybriden und Elektroautos ein Aufladen an der Steckdose ermöglichen.
„Zielsetzung bei der Weiterentwicklung dieser Komponenten ist es nun,
deren Gewicht und Bauraum zu reduzieren sowie deren Wirkungsgrad zu
steigern, um mit der vorhandenen Batteriekapazität eine möglichst große
Reichweite des Elektrofahrzeugs zu erzielen“, erläutert Dr. Matthias Küsell,
Leiter Entwicklung und Kundenprojekte Elektrofahrzeug- und Hybridsysteme.

Rund 800 Experten arbeiten heute bei Bosch sowohl an Lösungen für Hybridanwendungen als auch für das rein elektrische Fahren. Dazu zählen elektrische Maschinen (Bild), Leistungselektronik oder Ladegeräte für Elektrofahrzeuge (Bild: Bosch).

Zusammen mit den Lithium-Ionen-Batterien, die in dem mit Samsung
gegründeten Gemeinschaftsunternehmen SB LiMotive entwickelt werden,
ist Bosch heute in der Lage, den gesamten elektrischen Antrieb darzustellen
– vom Energiespeicher bis zum E-Motor. Rund 400 Millionen Euro fließen
im Jahr bei Bosch in Entwicklungen für die Elektrifizierung des Antriebs.
Die Nutzung von Hybrid- und elektrischen Antrieben hat Einfluss auf viele
weitere Komponenten und Systeme im Fahrzeug. Bosch investiert auch
hier. Dazu zählen effiziente Nebenaggregate, wie elektrisch angetriebene
Lenkunterstützungen. Hinzu kommen speziell auf Hybrid- und Elektrofahrzeuge
abgestimmte Brems- und ESP-Systeme, die die Bremsleistung zwischen
konventioneller Reibbremse und generatorischem Bremsen koordinieren.
Dazu gehören weiterhin ein effizientes Thermomanagement für
Heiz- und Kühlsysteme im E-Fahrzeug oder Navigationssysteme, die die
optimale und energiesparendste Route berechnen.

Bosch-Experten arbeiten an Komponenten für Hybrid- und elektrische Antriebe (Hier: an elektrischen Maschinen; Bild: Bosch).

Elektromobilität bedeutet mehr als nur Antriebskomponenten
Zur Erforschung und Schaffung der notwendigen Rahmenbedingungen
engagiert sich Bosch gemeinsam mit weiteren Unternehmen in drei von
öffentlicher Hand geförderten Projekten, die die wesentlichen Entwicklungsfelder
der Elektromobilität abdecken: „e performance“ auf dem
Bereich des Elektrofahrzeugs selber, „MeRegio-Mobil“ mit der Einbindung
des Elektrofahrzeugs in eine künftige (Lade-)Infrastruktur und mit neuen
Mobilitätsdienstleistungen, wie die, die im Projekt „BeMobility“ erprobt
werden. Bosch leistet im Rahmen dieser Projekte mit seinem Know-how
einen erheblichen Beitrag, Technik, Infrastrukturen und Mobilitätskonzepte
zu erforschen, zu bewerten und weiterzuentwickeln, um damit die Vorraussetzungen
für die sukzessive Markteinführung von Elektrofahrzeugen zu
schaffen. So erwartet Bosch für das Jahr 2020 weltweit rund drei Millionen
Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride sowie etwa sechs Millionen Hybridautos
bei rund 100 Millionen neu produzierten Fahrzeugen. Allerdings kann
diese Zahl in Abhängigkeit von künftigen gesetzgeberischer Vorgaben, steigenden
Kraftstoffpreisen und den Fortschritten bei der Batterietechnik variieren.
Auch wenn dem Elektrofahrzeug auf lange Sicht die Zukunft gehört,
wird deutlich, dass der Verbrennungsmotor in den kommenden 20 Jahren
noch der dominierende Antrieb sein wird.