Boysen Werk Turmfeld III

Das geplante Werk Turmfeld III. - Zeichnung: Boysen

Im Zuge der Reorganisation werden der Produktionsstandort Turmfeld ausgebaut und das Komponentenwerk in Walddorf geschlossen.

Durch die Strukturreform soll die Zahl der industriellen Arbeitsplätze am Stammsitz des Unternehmens stabil gehalten werden. „Ziel der Neuordnung ist es, die Wirtschaftlichkeit unseres Fertigungsverbunds am Standort Altensteig weiterhin zu gewährleisten und damit den Erhalt unserer produktiven Arbeitsplätze langfristig zu sichern“, sagte Boysen Geschäftsführer Rolf Geisel.

Im neuen Werk Turmfeld III konzentriert das Unternehmen die Produktion von Abgassystemen und Komponenten für Nutzfahrzeuge sowie für Off-Highway-Anwendungen. Das Neubauvorhaben beinhaltet eine Produktionshalle mit einem zentralen Hochregal, einen kombinierten Warenein- und -ausgang sowie großzügige Sozialräume. Die Nutzfläche beträgt 20 000 Quadratmeter, der umbaute Raum hat ein Volumen von 200 000 Kubikmeter. Nach Angaben von Rolf Geisel wird das Werk Turmfeld III der erste klimatisierte Produktionsbetrieb der Unternehmensgruppe. Ein umfassendes Energiekonzept – ein Mix aus Wärmepumpen, Geothermie, Photovoltaik und Sonnenkollektoren – soll die Energiebilanz des Komplexes optimieren und den Beschäftigten ein ideales Umfeld bieten.

Anfang 2012 soll die Produktion starten

Das Investitionsvolumen für das Neubauvorhaben bezifferte Rolf Geisel allein in 2011 auf 40 Millionen Euro. Mit einem symbolischen ersten Spatenstich markierte Geisel Ende Januar den offiziellen Beginn der Bauarbeiten. Das neue Werk soll Anfang 2012 die Produktion aufnehmen. Nach der Fertigstellung wird Boysen am Standort Turmfeld rund 530 Mitarbeiter beschäftigen.

Mit insgesamt rund 900 Mitarbeitern an drei Standorten in Altensteig sowie bei der BAK Boysen Abgaskomponenten GmbH in Simmersfeld ist die Boysen Gruppe der größte industrielle Arbeitgeber in der Region. In Summe wird Boysen nach den Worten von Geschäftsführer Rolf Geisel in diesem Jahr 65 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung seiner Standorte in der Region investieren.

Rolf Geisel

Boysen Geschäftsführer Rolf Geisel: Ziel der Neuordnung ist es, die Wirtschaftlichkeit unseres Fertigungsverbunds am Standort Altensteig weiterhin zu gewährleisten und damit den Erhalt unserer produktiven Arbeitsplätze langfristig zu sichern. - Bild: Boysen

„Unser künftiges Umsatzwachstum wird zu großen Teilen aus dem Ausland kommen, namentlich aus China und den USA“, sagte Geisel. „In 2011 trägt aber auch unsere inländische Produktion voraussichtlich etwa die Hälfte zum erwarteten Umsatzanstieg von 130 Millionen auf 900 Millionen Euro bei.“ Die Arbeiten zum Ausbau der Fertigungskapazitäten in den Boysen Werken in Shenyang (China) und Gaffney (US-Bundesstaat South Carolina) seien inzwischen so gut wie abgeschlossen. Die Erweiterung und Modernisierung des Montage-vor-Ort-Werkes im niederbayerischen Salching werde noch bis Anfang April dauern. Boysen MVO montiert komplette Abgasanlagen Just-in-Sequence für die BMW Werke Dingolfing und Regensburg.

Geisel bekräftigte seine Einschätzung, wonach die Auslandsaktivitäten von Boysen in der aktuellen Konstellation dazu beitragen, die Arbeitsplätze im Inland zu erhalten. Bauten die deutschen Premium-Automobilhersteller ihre Fertigungskapazitäten in Wachstumsmärkten wie den USA und China wie geplant weiter aus, ginge diese Entwicklung in den nächsten Jahren allerdings zwangläufig zu Lasten der inländischen Produktionswerke.

Deshalb sei es wichtig und richtig, zum jetzigen Zeitpunkt in andere Bereiche, wie etwa Abgastechnik für Nutzfahrzeuge und Off-Highway-Anwendungen, zu investieren. „Bei Boysen hat die Sicherung der Zukunft des Unternehmens nach wie vor oberste Priorität“, so Geisel, „und wir setzen uns weiterhin mit ganzer Kraft für den Erhalt unserer Arbeitsplätze in Deutschland ein.“