Daimler Zetsche F-CELL

Dr. Zetsche: Die Brennstoffzelle bringt die Elektromobilität einen entscheidenden Schritt voran und ermöglicht emissionsfreies Fahren mit großen Reichweiten bei kurzen Tankzeiten. - Bild: Daimler

Vorstandschef Dieter Zetsche sagte am Mittwochabend in Stuttgart, die Serienfertigung laufe bereits 2014 an. Das ist ein Jahr früher als bisher geplant. Zuvor hatte der Autobauer bekanntgegeben, dass er zusammen mit dem Industriegashersteller Linde in Deutschland beim Aufbau von Wasserstofftankstellen aufs Tempo drücken will.

Zetsche sagte: “Die Brennstoffzelle bringt die Elektromobilität einen entscheidenden Schritt voran.” Sie ermögliche emissionsfreies Fahren mit großen Reichweiten bei kurzen Tankzeiten. Linde-Chef Wolfgang Reitzle sagte laut Mitteilung, in Verbindung mit der Brennstoffzelle werde Wasserstoff den Ausbau der Elektromobilität ganz wesentlich prägen.

Hintergrund der Ankündigung ist, dass drei am 30. Januar von Daimler auf eine Reise um die Welt geschickte Fahrzeuge mit dem alternativen Brennstoffzellenantrieb am Mittwoch nach Stuttgart zurückgekehrt sind. Die Brennstoffzelle erzeugt Strom aus Wasserstoff und Sauerstoff, indem sie chemische Energie in elektrische Energie umwandelt. Zetsche sagte: “Die Zeit ist reif für Elektroautos mit Brennstoffzelle. Jetzt muss das Thema Infrastruktur Fahrt aufnehmen.”

Rascher Ausbau der Infrastruktur

In den kommenden drei Jahren sollen 20 zusätzliche Stationen entstehen. Es seien Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe vorgesehen. Zetsche sagte: “Es muss endlich Schluss sein mit den unproduktiven Debatten.”

Durch den Vorstoß von Daimler und Linde wird die Zahl der öffentlichen Wasserstofftankstellen in Deutschland deutlich steigen. Zurzeit gibt es den Angaben zufolge knapp 30 Stationen. Die neuen Stationen sollten in den Regionen Stuttgart, Berlin und Hamburg sowie entlang einer neuen durchgängigen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindung gebaut werden.

Weltweit gebe es rund 200 solcher Wasserstofftankstellen, sagte der Daimler-Chef. Allein in Deutschland ist nach Einschätzung von Experten ein Netz von etwa 1000 Tankstellen für eine flächendeckende Versorgung notwendig, wie der Autobauer erklärte. Mit der Weltumrundung wollte Daimler für den Aufbau eines globalen Netzes werben. Die Fahrt der Fahrzeuge der B-Klasse mit dem umweltfreundlichen Antrieb ging durch 14 Länder – darunter die USA und China. In 125 Tagen wurden 30.000 Kilometer zurückgelegt.

dpa-AFX/Guido Kruschke