Dr. Zetsche

Daimler-Chef Zetsche im Fokus: Mit Spannung erwarten die Analysten die Quartalszahlen des Stuttgarter Autobauers. - Bild: Daimler

Daimler-Chef Dieter Zetsche schraubt wegen der boomenden Autonachfrage die Erwartungen für 2011 nach oben und lässt in den Pkw-Werken im Sommer und wohl auch im Winter durcharbeiten. “Wir fahren noch nicht im höchsten Gang. Wir können noch mehr”, sagte der Konzernlenker am Mittwoch in Stuttgart. “Mit unserem exzellenten ersten Halbjahr liegen wir voll auf Kurs, 2011 zu einem der erfolgreichsten Jahre unserer langen Unternehmensgeschichte zu machen.”

Sowohl bei den Nutzfahrzeugen als auch in der Pkw-Sparte sei es im zweiten Quartal rund gelaufen, sagte Zetsche. Die Pkw-Werke des Konzerns sind voll ausgelastet. “Die Produktion läuft auf Hochtouren. Mit Ausnahme der von Modellwechseln betroffenen Werke fahren wir durchweg Sonderschichten”, sagte Zetsche. “Voraussichtlich werden wir sowohl den Sommer als auch den nächsten Winter durchproduzieren.”

Erhöhung der Produktionskapazitäten

“Wir sind bei den Produktionskapazitäten kontinuierlich dabei, einzelne Flaschenhälse und Engpässe aufzubohren und die Kapazität innerhalb des gegebenen Rahmens weiter zu erhöhen”, sagte Zetsche. Daimler hätte mehr verkaufen können, “wenn wir die Fahrzeuge hätten produzieren können. Sicherlich hätte eine weitere Steigerung des Absatzes auch zu einer weiteren Verbesserung des Ergebnisses geführt”, erklärte der Manager. “Insofern werden wir natürlich für dieses Jahr soweit noch möglich und für die erwartete sehr positive Entwicklung in Zukunft weiter Kapazität installieren.”

Besonders gut verkauften sich im zweiten Quartal die Geländewagen wie die M-, R- und GLK-Klasse und die Mittelklassewagen der C-Klasse. Daimler setzte 357.636 Autos ab – so viele wie nie zuvor in einem Vierteljahr. Der Umsatz wuchs um vier Prozent auf 14,6 Milliarden Euro. Der operative Gewinn legte um 14 Prozent auf den Rekordwert von 1,6 Milliarden Euro zu.

Für das zweite Halbjahr rechnet Zetsche allerdings damit, dass das EBIT unter dem Wert der ersten sechs Monate (2,9 Milliarden Euro) liegen könnte. Gründe seien eine ungünstige Wechselkursentwicklung, hohe Rohstoffkosten und der Start mehrerer neuer Autos, sagte der Manager. Im Herbst kommt die neue M-Klasse auf den Markt, im November die neue B-Klasse als erstes Modell der neu entwickelten Kompaktwagenfamilie.

In der Lkw-Sparte rechnet Daimler höhere Ausgaben unter anderem für die Markteinführung des neuen Schwer-Lkw Actros ein. Anderseits werde der Absatz von Daimler-Trucks noch einmal kräftig zulegen. Zuletzt zeigten vor allem die Märkte in den USA, Westeuropa und hier speziell Deutschland wieder kräftig nach oben. Die Auftragsbücher sind Unternehmensangaben zufolge voll. Das EBIT werde im zweiten Halbjahr voraussichtlich den Wert von 889 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten übertreffen.

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dpa/Guido Kruschke