Audi E-Motorenfertigung in Györ

Auf 8.500 Quadratmetern entstehen bei Audi in Györ die Elektroantriebe nach dem Produktionskonzept der modularen Montage. Bild: Audi

| von Christian Klein

"Seit 25 Jahren schreibt Audi Hungaria die Wachstumsgeschichte der Vier Ringe mit. Jetzt erschließt unsere ungarische Tochter mit der Elektromotorenfertigung ein völlig neues Kompetenzfeld. Dieses exklusive Know-how macht Győr zu unserem zentralen Werk für E-Antriebe und verkörpert unsere strategische Transformation hin zu einem nachhaltigen Mobilitätsanbieter", sagt Peter Kössler, Vorstand Produktion und Logistik der Audi AG.

Für die Produktion der E-Antriebe, die dann in Brüssel mit den dort entstehenden Audi e-tron Karosserien verheiratet werden,  installierte Audi Hungaria die zugehörigen Fertigungsanlagen und -inseln innerhalb nur eines Jahres. E-Motorenentwicklung, Fertigungsplanung und Motorenanlaufzentrum in Győr haben dabei eng zusammengearbeitet und die notwendigen Kompetenzen entwickelt.

Die aktuelle Produktionskapazität, die sukzessive erhöht werden kann, liegt bei rund 400 elektrischen Achsantrieben pro Tag. Derzeit sind rund 100 Mitarbeiter im neuen Fachbereich beschäftigt, bis Ende des Jahres sollen es mehr als 130 sein. Die Produktion läuft zunächst im Ein-Schicht-Betrieb, schon bald soll auf drei Schichten pro Tag umgestellt werden.

Der Elektromotor aus Győr wartet mit konzeptionellen Besonderheiten auf. Ein neuartiges Wickel- und Einziehzentrum bei Audi Hungaria schafft es, beim Stator des E-Motors jeweils die optimale Menge an Kupferlackdraht besonders kompakt zu wickeln und anschließend in das Rohteil einzubringen. Denn: Je enger die Wicklung, desto effizienter die Leistungsentfaltung.

Die Elektro-Achse besteht aus weiteren großen Komponenten: zum Beispiel aus der Leistungselektronik, die in einem eigenen Gehäuse untergebracht ist, dem Getriebe sowie zwei Flanschwellen, die die Kraft zu den Rädern übertragen. Für den Audi e-tron produzieren die Mitarbeiter je zwei elektrische Achsantriebe, da sowohl Vorder- als auch Hinterachse angetrieben werden.

Fertigungsanlagen, Roboter sowie Schraub- und Messstationen befinden sich auf festen Positionen, sind aber nicht durch ein lineares Band miteinander gekoppelt. Stattdessen produzieren die Mitarbeiter die Antriebe modular in Fertigungsinseln. Trotz einer vordefinierten Montagereihenfolge ermöglicht die modulare Anordnung verzweigte Wege und mehr Spielraum im Produktionsprozess. Den Teiletransport zu den Arbeitsstationen erledigen fahrerlose Transportfahrzeuge, gesteuert von einem intelligenten IT-System.

Parallel zu den Fertigungsanlagen hat Audi Hungaria in der Motorenentwicklung drei E-Motorenprüfstände zur Erprobung und für den Dauerlast-Betrieb installiert. Die Mitarbeiter haben sich im Fertigungs-Technologiezentrum für E-Motoren zu Elektro-Experten weitergebildet. Für den Aufbau der E-Motorenfertigung investierte das Unternehmen einen nicht näher bezifferten, zweistelligen Millionenbetrag.

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