Halewood Fertigung breit

Jaguar Land Rover hat in den Standort Halewood, der als zweite Modellreihe den Land Rover Freelander 2 auf der selben Produktionslinie baut, in den zurückliegenden beiden Jahren 230 Millionen britische Pfund investiert. - Bild: Jaguar Land Rover

Die hohe Nachfrage nach dem kompakten Luxus SUV machte es erforderlich, bereits im August 2012 die dritte Stufe des 24 Stunden-Schichtbetriebs zu “zünden”: Ein in der fünfzigjährigen Geschichte des Werks Halewood noch nie dagewesener Betriebszustand.

In den ehrwürdigen Hallen des 1962 von der Ford Motor Company gegründeten Werkes, das im Jahr 2000 von Jaguar übernommen und seit 2001 als Jaguar Land Rover (JLR) Fertigungsstätte firmiert, laufen derzeit unter anderem die einst noch von Ford USA installierten Vickers-Pressen zu neuer Hochform auf. Zwei Jahre nach SOP des Range Rover Evoque wurden mehr als 220.000 Einheiten des Fahrzeugs von den Bändern auf die Straßen in 177 globale Märkte geschickt.

JLR hat in den Standort Halewood, der als zweite Modellreihe den Land Rover Freelander 2 auf der selben Produktionslinie baut, in den zurückliegenden beiden Jahren 230 Millionen britische Pfund investiert. Darin enthalten sind fünf Millionen Pfund für ein intralogistisches Kippersystem sowie die Installation einer roboterbasierten Dachlackierungsanlage ? letztere ein Novum in der Produktionsstrategie von JLR. Die seit 2011 für die Fabrik in Halewood an etwa 40 britische Zulieferer vergebenen Aufträge erreichen laut Richard Else, Halewood Operations Director, ein Volumen von drei Milliarden Pfund. Das Werk hat heute eine Belegschaft von 4.500 Mitarbeiter.

Range Rover Evoque

Der Erfolg des neuen Range Rover Evoque schreibt die Geschichte der britischen Produktionsstätte Halewood neu. - Bild: Jaguar Land Rover

IAC beliefert Evoque-Fertigung Just-in-sequence

Alles andere als reinrassig britisch, aber für die Fahrer/Fahrzeug-Schnittstelle von zentraler Bedeutung sind die Zulieferteile und ?komponenten des US-Zulieferers International Automotive Components  (IAC). Das in Luxemburg residierende Unternehmen betreibt in Halewood die einstige Visteon-Fabrik und beliefert die Evoque-Fertigung Just-in-sequence alle 82 Sekunden mit kompletten Cockpits, Zentralkonsolen und Overhead Systemen.

JLR ist mit 36 Prozent Umsatztanteil (2012) der größte OEM für IAC aus deren europäischer Perspektive. Global nimmt JLR einen 15 Prozent Anteil am IAC Gesamtumsatz von 4,7 Milliarden Dollar ein und hat damit für IAC in etwa die Gewichtung wie GM/Opel, Chrysler/Fiat oder auch Ford.

Jaguar Land Rover will weiter in Halewood investieren

Die stark auf  Expansionskurs befindliche International Automotive Components  IAC bündelt die Interior-Aktivitäten beispielsweise von Collins&Aikman, Lear, Visteon, Textile Assemblies, AMPRO und Stankiewicz und steht derzeit kurz vor dem Börsengang.

Den Finanzhahn weiter aufdrehen will auch Jaguar Land Rover: Es ist erklärtes Ziel des Managements, bis März 2014 weitere 2,75 Milliarden Pfund in den Standort Halewood zu investieren. Ab Anfang Oktober 2013 liegen zudem die produktionsstrategischen Geschicke von Jaguar Land Rover in Händen von Wolfgang Stadler. Der bisherige  Leiter des BMW Werks Dingolfing wird die BMW Group zum 30. September 2013 in Richtung Halewood verlassen und das JLR-Vorstandsressort für Produktion übernehmen.

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Christian Klein