Tablet und Industrieroboter in der Industrie 4.0

Viele Produktionsunternehmen nutzen laut einer aktuellen Studie noch nicht das volle Potenzial von IoT-Anwendungen. (Bild: AdobeStock / greenbutterfly)

Insgesamt fünf Anwendungsfelder stehen für rund die Hälfte aller IoT-Potenziale: Neben der Produktion seien dies vor allem die Bereiche Gesundheit, Arbeitsplätze, Städte und außerstädtische Umgebungen (etwa Fahrzeugnavigation, Containertransport oder Paketzustellung). Insgesamt machten diese Sektoren laut Studie 2020 etwa 52 Prozent der gesamten IoT-Wirtschaft aus. Auf den Bereich Produktion entfallen rund 3,3 Billionen des möglichen Umsatzpotenzials, im Fahrzeugsektor rechnen die McKinsey-Analysten mit einem Plus von 620 Milliarden US-Dollar.

„Das Internet der Dinge ist zu einer Mainstream-Anwendung geworden und für viele Menschen im Alltag erfahrbar“, sagt Niko Mohr, Partner im Düsseldorfer Büro von McKinsey. „Fitnessarmbänder und intelligente Haussteuerung sind jedoch nur eine Seite der Medaille – die größten Potenziale für das Internet der Dinge liegen auf Unternehmensseite. Dazu gehört beispielsweise die intelligente Fabriksteuerung.“ So würden 65 Prozent des Mehrwerts in diesen Bereichen geschaffen, 35 Prozent in kundennäheren Anwendungen. Rund 55 Prozent der Mehrwertgewinnung sei in entwickelten Ländern zu erwarten, rund 26 Prozent entfällt allein auf China.

Skalierung erweist sich als Problem

Vor allem Fabrikumgebungen blieben jedoch noch hinter ihrem Potenzial zurück, erklärt McKinsey-Partner Bodo Koerber. „Zwar ist die Technologie vorhanden und ausgereift; allerdings kommen viele Unternehmen wegen Organisationsproblemen, Cyberrisiken sowie heterogenen Technologie- und Applikationslandschaften nicht über Pilotphasen hinaus.“ Insbesondere die fehlende Interoperabilität zwischen verschiedenen proprietären Systemen hindere weiteres Wachstum der Technologie. „Offene Standards, Plattform Integration und Konnektivität – wie wir sie mittlerweile etwa in den großen Cloud-Systemen sehen – können helfen, die kommunikative Brücke zwischen den Systemen zu bauen“, erklärt McKinsey-Experte Koerber.

Trend hält trotz Corona an

Dass das Internet der Dinge auch in der Coronakrise weiter an Bedeutung gewinnt, zeigt derweil eine Studie von CIO und Computerwoche. Der Anteil der Firmen, die IoT-Projekte umgesetzt haben, ist während der Pandemie von 49 im Jahr 2020 auf aktuell 51 Prozent gestiegen. Führend sind der Studie zufolge vor allem große Unternehmen. 18 Prozent der Firmen mit über 1.000 Angestellten haben demnach bereits „sehr viele“ IoT-Projekte umgesetzt. Auch beim Reifegrad der Deployments liegen Großunternehmen vorne: Sowohl bei Produktverbesserungen durch entsprechende Daten, der Vernetzung von Produkten und Geräten als auch bei Predictive Maintenance oder der Generierung neuer Geschäftsmodelle lägen größere Firmen vor kleinen oder mittleren Betrieben.

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