Bob Graziano

Bob Graziano: "Unsere Kosten sind doppelt so hoch wie in Europa und fast viermal so hoch wie die von Ford in Asien." - Bild: Ford

Nach mehr als 90 Jahren solle im Oktober 2016 der letzte Wagen vom Band gehen.

Der Grund für die Entscheidung seien hohe Produktionskosten, begründete Ford. Besonders die Löhne seien zu hoch. “Das Geschäftsmodell hat sich nicht rentiert”, sagte der Chef von Fords Australien-Sparte Bob Graziano am Donnerstag in einer Erklärung, die im Fernsehen ausgestrahlt wurde. “Unsere Kosten sind doppelt so hoch wie in Europa und fast viermal so hoch wie die von Ford in Asien.”

Hohe Produktionskosten zwingen zur Einstellung

Ford steht in Australien unter starker Konkurrenz durch billigere und effizientere Autos aus Ländern wie Japan. Auch andere Autobauer haben in Australien bei den Jobs den Rotstift angesetzt – der Ford-Konkurrent General Motors will 500 Stellen streichen, das sind etwa 12 Prozent der Belegschaft. Als Grund nannte die Opel-Mutter den Druck durch den starken australischen Dollar.

Ford erwähnte die Währung nicht. Doch der Anstieg des Dollars dürfte eine Rolle bei der Entscheidung gespielt haben: Importe werden so billiger, während die Arbeitskosten in Australien steigen.

Die Auto-Verkäufe insgesamt sind in Australien im letzten Jahr auf ein Rekordhoch gestiegen, wie die dortige Handelskammer im Januar erklärte. Dabei seien die gestiegenen Verkäufe von Sports Utility Vehicles, oder SUVs, ein wichtiger Faktor gewesen. Die Ford-Modelle haben die Australier zunehmend verschmäht – die Absätze sanken um 0,9 Prozent. Ford landete nur auf Platz fünf, am verkaufsstärksten war Toyota.

In Australien werden in jedem Jahr rund eine Million neuer Autos verkauft. Mit rund 65 Herstellern und 365 Modellen pro Jahr ist es einer der am stärksten umworbenen Automärkte der Welt.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke