GM Flagge Thumb

Der US-Autobauer General Motors fährt seine Produktion im russischen Werk St. Petersburg zurück. - Bild: dpa

Die Werksferien werden damit zwei Wochen länger als ursprünglich geplant. Der Grund ist ein Nachlassen der Nachfrage auf dem russischen Automarkt, wie ein Sprecher des Unternehmens sagte. “Wir passen unsere Pläne an die Nachfrage an und berücksichtigen die aktuelle Marktkorrektur”, sagte Sergey Lepnukhov.

Sinkende Nachfrage im Riesenreich

Der Verkauf von Autos und kleinen Nutzfahrzeugen war in Russland im Mai gegenüber dem Vorjahreszeitraum um zwölf Prozent gefallen. Die Vereinigung europäischer Unternehmen (AEB) in Russland hatte Anfang der Woche seinen Ausblick für 2013 um fünf Prozent auf nur noch 2,8 Millionen verkaufte Autos gesenkt. 2012 war der Absatz noch um elf Prozent auf 2,935 Millionen Fahrzeuge gestiegen.

In den ersten fünf Monaten lagen die Verkäufe von GM acht Prozent unter denen des Vorjahreszeitraum. Der Absatz des Opel Astra, der in St. Petersburg produziert wird, fiel während dieses Zeitraums um 33 Prozent.

Die Probleme in Russland können GM jedoch nicht stark belasten, denn in der Heimat des US-Konzerns läuft das Geschäft rund. Dort beschleunigen die US-Autobauer derzeit ihre Produktion. In vielen Fällen streichen sie sogar die traditionellen Betriebsferien in ihren Werken. In den USA brummt das Autogeschäft. Die Unternehmen kommen mit der Fertigung kaum hinterher. GM, Ford und Chrysler lassen ihre Werke an der Kapazitätsgrenze laufen, die Absatzzahlen sind zuletzt deutlich gestiegen.

Die annualisierten Autoverkäufe erreichten im April 14,9 Millionen Fahrzeuge. Die Auto-Chefs wollen im laufenden Jahr die 15-Millionen-Marke knacken. Das würde die 14,5 Millionen verkauften Autos aus dem Vorjahr klar in den Schatten stellen.

Weiterhin Flaute auf dem europäischen Automarkt

Auf dem europäischen Automarkt herrscht dagegen weiterhin Flaute. Zwar konnte die Talfahrt auf den ersten Blick gestoppt werden. Zum ersten Mal seit September 2011 wurden wieder etwas mehr Autos verkauft. Das kleine Plus von knapp zwei Prozent war allerdings vor allem einem statistischen Effekt zu verdanken: Der April 2013 hatte mehr Verkaufstage als im Vorjahr. Die Statistik verschleiert deshalb die nach wie vor schlechte Lage.

Alle Beiträge zu den Stichworten General Motors Russland USA

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke