3D-Drucker

Der 3D-Druck könnte Abhilfe schaffen bei Problemen in der Lieferkette, die sich derzeit etwa durch den blockierten Suezkanal oder den Chipmangel in der Autobranche manifestieren. Bild: Adobe Stock / Mihail

| von Werner Beutnagel

Rund 38 Prozent der deutschen Industrieunternehmen mit über 100 Mitarbeitern glaubt, dass die additive Fertigung ein probates Mittel gegen Lieferengpässe sein könnte, so das Ergebnis einer Analyse des ITK-Verbandes Bitkom. 43 Prozent sehen ein höheres Maß an Flexibilität als zentralen Vorteil der Technologie.

Rund jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) sieht als größten Vorteil des 3D-Drucks die Herstellung individualisierter Produkte, jedes Fünfte (21 Prozent) eine Kostenersparnis und fast ebenso viele (19 Prozent) eine verringerte Vorratslagerung. Weitere Vorteile seien mehr Freiheit beim Design, eine geringere Umweltbelastung, weniger Montageschritte sowie verbesserte Produkteigenschaften.

Das Potenzial ist erkannt

Lediglich fünf Prozent der größeren Industrieunternehmen können der additiven Fertigung nichts abgewinnen. „Die deutsche Industrie hat das enorme Potenzial von 3D-Druck erkannt. Die additive Fertigung sorgt für deutlich mehr Flexibilität und Unabhängigkeit, was sich gerade auch in Krisenzeiten als Vorteil erweisen kann“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder anlässlich der heute beginnenden Hannover Messe.

Aktuell nutzen 44 Prozent der Befragten den 3D-Druck, ein weiteres Fünftel plant den Einsatz. Die additive Fertigung ist nur für 14 Prozent kein Thema. Die Industriebetriebe, die bereits 3D-Druck einsetzen, stellen damit vor allem Muster oder Gießformen (57 Prozent), Ersatzteile (48 Prozent) oder visuelle Modelle (33 Prozent) her. Rund jeder fünfte Betrieb produziert Montagevorrichtungen (22 Prozent) oder Sonderanfertigungen (18 Prozent). 14 Prozent erstellen mit 3D-Druck funktionale Test-Modelle, nur zwei Prozent stellten damit Produktserien her. Die individualisierte Massenfertigung spielt derzeit noch keine Rolle.

Über die Studie

Grundlage der repräsentativen Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 551 Produktionsleiter, Vorstände oder Geschäftsführer von Industrieunternehmen ab 100 Mitarbeitern in Deutschland im Februar und März 2021 telefonisch befragt.

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