Netzwerkkabel

Die IT-Infrastruktur von Industrieunternehmen gerät zunemend ins Visier von Cyberkriminellen. Bild: Adobe Stock / Roman Rvachov

| von Werner Beutnagel

Insgesamt sei ein Problem, dass die meisten Steuerungssysteme in der Industrie auf denselben Technologien basierten, betonte Unternehmensgründer und Chef Eugene Kaspersky. "Quer über alle kritischen Infrastrukturen wie Verkehr oder Energienetze sind die Systeme dadurch mehr oder weniger gleich angreifbar." Entwickelte Länder hätten zwar mehr Ressourcen, um in den Schutz der Systeme zu investieren - man brauche aber auch viele gut ausgebildete Software-Experten. "Das könnte ein Problem für Deutschland sein, weil die Deutschen viel mehr für ihre Ingenieure als für ihre Softwareentwickler bekannt sind."

In der Cyberspionage seien aktuell die USA, Russland und China besonders aktiv. Jüngst hatten die USA Hacker aus Russland unter anderem für eine tiefgreifende Attacke auf amerikanische Behörden mit Hilfe einer manipulierten Wartungs-Software verantwortlich gemacht. Es gebe aber auch viele Fälle, in denen russische Firmen und Behörden von englischsprachigen und chinesischen Angreifern gehackt worden seien, sagte Kaspersky. "Der Unterschied ist, dass einige Länder wie die USA viel Lärm darum machen, während Russland schweigt. Ich weiß nicht, warum."

Kaspersky entwickelte unter anderem ein Betriebssystem für Industrieanlagen und stellt auf der diesjährigen Hannover Messe ein Gateway zur sicheren Datenübertragung zwischen vernetzter Technik im Internet der Dinge vor. In Entwicklung sei auch ein abgesichertes Smartphone zum Fernzugriff auf Industrieanlagen, sagte Kaspersky.

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