König Willem-Alexander gibt Startschuss für MINI-Produktion bei VDL Nedcar

"Grundstein für die Autoindustrie in den Niederlanden." König Willem-Alexander gibt Startschuss für MINI-Produktion bei VDL Nedcar. Bild: BMW

Für die Produktion von MINI-Automobilen ab Sommer 2014 werden in Born, kurz hinter der deutschen Grenze, rund 2.000 Beschäftigte zuständig sein. Das geplante Produktionsvolumen bei VDL Nedcar wird in diesem Jahr bereits im fünfstelligen Bereich liegen. Kapazitäten von bis zu 250.000 bis 300.000 Einheiten pro Jahr sind theoretisch möglich.

Für die MINI-Produktion in Oxford und Born gelten die gleichen Qualitätsstandards. BMW duplizierte dafür quasi das Oxforder Werk in den ehemaligen Montagehallen von Mitsubishi. Während die neuen Maschinen aufgebaut wurden, trainierte BMW die Mitarbeiter von VDL Nedcar an seinen Standorten in Leipzig, Oxford und Regensburg.

Verantwortliche, Bandarbeiter und holländische Zulieferer waren sichtlich glücklich, dass BMW sich für Born als Produktionsstandort entschieden hat. VDL Nedcar CEO Joost Goovards bezeichnete das Werk auf der Eröffnungsfeier gar als “Grundstein für die Autoindustrie in den Niederlanden.” Dafür waren große Investitionen notwendig. BMW und VDL Nedcar installierten über 1000 Roboter und sorgten somit für einen hohen Automatisierungsgrad.

Doch nicht nur für viele Niederländer ist die MINI Produktion ein Glücksfall. Auch die BMW Group profitiert. Mit dem Werk in Born könne BMW weitaus flexibler agieren, so Andreas Wendt, Leiter des BMW Werks Regensburg – dem Partnerwerk von VDL Nedcar in Born und ergänzt: “Die Splitfertigung des neuen MINI in Oxford und Born verschafft unserem weltweiten Produktionsnetzwerk eine zusätzliche Atmungsmöglichkeit. Wir schätzen die verlässliche, von Offenheit und gegenseitigem Vertrauen geprägte Zusammenarbeit mit unserem niederländischen Partner.”

Die BMW Group profitiert dabei insbesondere von der logistisch vorteilhaften Lage des VDL Nedcar Werks. Viele Zulieferer sind in unmittelbarer Umgebung und haben große Erfahrung in der Zusammenarbeit mit dem Werk. Hinzu kommt die Nähe zum britischen MINI Produktionsdreieck mit den Standorten Oxford, Swindon und Hams Hall.

MINI ist damit der einzige Autobauer, der Serienfahrzeuge im Zuge einer Auftragsfertigung in den Niederlanden produzieren lässt. Dabei hat das Werk im limburgischen Born eine lange Tradition. Schon 1967 ließ der niederländische Fahrzeughersteller DAF eine neue Autofabrik in Born errichten, in der auch ab 1967 der DAF 44 vom Band rollte. Ab 1972 beteiligte sich Volvo an dem Werk. Die DAF-66-Modelle trugen fortan das Volvo-Logo und hießen seither auch Volvo 66. In den 90er Jahren ließ auch Mitsubishi in Born produzieren. Das japanische Unternehmen hatte Anfang 2012 angekündigt, dass es wegen der schwachen Nachfrage an seinem einzigen Standort in Europa keine Autos mehr bauen wird. Die Anlage schöpfte damals ihre Kapazitäten bei weitem nicht aus.

Die BMW Group rechnet für seine Lifestyle-Marke MINI mit einem substantiellen Wachstum. Im vergangenen Jahr fertigte die BMW Group in Summe 303.177 Fahrzeuge der Marke MINI. Das Produktionsvolumen für MINI in Oxford lag bei 175.986 Einheiten der MINI-Modelle Hatch, Cabrio, Clubman, Clubvan, Roadster und Coupé. Hinzu kamen 125.559 Einheiten der Modelle MINI Countryman und MINI Paceman im Rahmen einer Auftragsfertigung bei MSF Graz, Österreich sowie 1.632 Einheiten in weiteren Werken. Seit dem Relaunch im Jahr 2001 bis Jahresende 2013 fertigte die BMW Group in Summe knapp 2,8 Millionen Fahrzeuge der Marke MINI.

Gabriel Pankow/ks

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