Wie das “Handelsblatt” berichtet, soll die Werkzeugsparte des Automobil-Zulieferers verkauft und so rund 700 Arbeitsplätze eingespart werden. Bis das Sanierungskonzept durch war, kam es im Aufsichtstrat zu einer Kampf-Abstimmung.

Läpple ist von der Krise stark gebeutelt. Also muss sich der Zulieferer gesundschrumpfen.  Doch um die Frage, “wie” wurde heftig gestritten. Dem “Handelsblatt” zufolge, kam es im Aufsichtsrat des Heilbronner Unternehmens zur Kampfabstimmung: Im Streit um ein vom Vorstand geplantes Sanierungskonzept entstand eine Pattsituation. Die Arbeitnehmerseite stellt sich geschlossen gegen den Plan, die Arbeitgeberseite votiert dafür. Am Ende gab das doppelte Gewicht der Stimme des Aufsichtsratsvorsitzenden den Ausschlag – das Konzept wurde angenommen. Damit hat der Läpple-Vorstand nun den Auftrag, in den kommenden Monaten die Werkzeugbausparte, das Herzstück des Autozulieferers, zu verkaufen, dabei sollen rund 700 Arbeitplätze wegfallen.

Der Anstoß des Streits liegt im Begriff „Sanierungskonzept“. Die Arbeitnehmerseite hält den Plan für den Anfang der Abwicklung von Läpple, einem traditionsreichen deutschen Familienunternehmen im Werkzeugbau und der Herstellung von Blechen für den Automobilbau. Läpple war zuletzt tief in die Krise gerutscht, von 2008 zu 2009 schrumpfte der Umsatz von 720 auf 500 Mio. Euro, die Mitarbeiterzahl verringerte sich von 4 200 auf 2 400.

1919 von August Läpple gegründet, war das Unternehmen nach dem Zweiten Weltkrieg zum größten selbstständigen deutschen Werkzeugbauer aufgestiegen, eröffnete in den 1970er-Jahren weltweit Produktionsstandorte. Doch mit dem Abgang der beiden Söhne des Unternehmensgründers, die Läpple seit 1940 geleitet hatten, begann 2003 der Niedergang. 2006 kam es zu ersten Entlassungen am Stammsitz, es folgten mehrere Wechsel an der Konzernspitze. Werke in den USA, Südafrika und Irland mussten verkauft werden.

„Man muss sich schon fragen, ob eine geordnete Insolvenz nicht das beste wäre“, schlug zuletzt Betriebsratschef Valentin Luschenz vor. So würden zumindest endlich eindeutige Informationen über die Lage des Unternehmens auf den Tisch kommen. Denn ob Läpple mit den neuerlichen Streichungen tatsächlich den Weg in die Profitabilität schafft, weiß zur Zeit keiner