Peugeot Produktion

PSA Peugeot Citroen muss seine Produktion drosseln, weil wichtige Bauteile ausgehen. - Bild: Peugeot

Das Erdbeben und der nachfolgende Tsunami Mitte März haben bereits zur Produktionsdrosselung oder zu Plänen dazu in einzelnen Werken von General Motors, Toyota und PSA Peugeot Citroen geführt. Hersteller befürchten Lieferengpässe bei solchen, einzelnen kritischen Teilen, die in Japan hergestellt werden, berichtet das “Wall Street Journal” in seiner Donnerstagsausgabe.

Meldungen über Lieferengpässe dürften in den kommenden Wochen stärker ins Visier geraten, prognostiziert derweil der weltweit agierende Risikoberater Marsh. “Wir rechnen mit einem um bis zu mehrere Monate verzögerten Einsetzen der Lieferkettenprobleme aus dem Erdbeben”, so Marsh in einer aktuellen Risikoanalyse. “Die am meisten betroffenen Branchen dürften Hightech, Stahl und Automobil sein.” Oft reiche schon der Lieferausfall einer kritischen Komponente von einigen Wochen, um ein gesundes Unternehmen substanziell zu gefährden.

Mit den ersten Folgen des Ausfalls eines kritischen Teils muss sich offenbar bereits die Automobilindustrie auseinandersetzen. Nach Recherchen des “Wall Street Journal” sind Luftstrom-Messgeräte des japanischen Herstellers Hitachi Automotive Systems für die Autoindustrie eines dieser kritischen Teile.

Hitachi produziert diese Geräte in einer Fabrik im Norden von Tokio, die durch das Erdbeben schwer beschädigt wurde und auch knapp zwei Wochen nach dem Unglück noch geschlossen bleibt. Hitachi hofft, am Samstag die Produktion in dem Werk wieder anfahren zu können. Zurzeit sei aber noch nicht absehbar, mit welcher Kapazität ab Samstag produziert werden kann, da sowohl die Energie- als auch die Wasserversorgung in der Region noch nicht sichergestellt ist.

“Es gibt Lieferketten-Themen, die wir in Zusammenarbeit mit unseren Kunden besprechen, um sicherzustellen, dass unsere Kunden die benötigten Teile auch bekommen,” so David Edwards, ein leitender Mitarbeiter von Hitachi Automotive Systems in Harrodsburg (Kentucky) in den USA. Edwards sagte aber auch, er könne keine spezifischen Angaben zu einzelnen Zulieferteilen machen.

Hitachi produziert rund 60 Prozent des weltweiten Bedarfs an diesem Teil. Zudem liefern unter anderem auch die Münchener Siemens AG und der Stuttgarter Zulieferer Bosch diese Teile, so dass es akut noch zu keinen Lieferengpässen kommt. Allerdings befürchten verschiedene Autohersteller offenbar künftig eine Verknappung und drosseln daher vorsorglich bereits die Produktion. So habe General Motors, die das von Hitachi gelieferte Messgerät verwendet, die Produktion eines Kleintransporters in Shrevenport in den USA angehalten und die Produktion im Opel-Werk in Eisenach am Montag aufgrund niedriger Lagerbestände gedrosselt.

Dow Jones Newswires/gk