VW Crafter

Der modulare Transporter Crafter könnte ein Thema für die künftige Zusammenarbeit der beiden Autobauer sein. - Bild: Volkswagen

MAN denke über eine neue Reihe leichter Lkw nach, die gemeinsam mit der Nutzfahrzeugsparte von Europas größtem Automobilhersteller entwickelt werden soll, wie ein MAN-Sprecher am Mittwoch sagte. Damit bestätigte sich ein Bericht der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung” (Mittwochsausgabe).

Nach Aussage des MAN-Sprechers wird ein Baukastensystem für leichte Lkw erwogen. Nach Informationen der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung” sind die Gespräche, bei denen es um Lkw zwischen 3,5 Tonnen und 7,5 Tonnen geht, weit fortgeschritten. VW Nutzfahrzeuge halte sich aber auch andere Optionen offen.

MAN hat in Europa als Einstiegsmodell bislang Lkw der TGL-Reihe mit einer zulässigen Gesamtmasse von 7,5 Tonnen bis 12 Tonnen in Portfolio. In Brasilien bei MAN Latin America gibt es zudem einen Fünftonner. MAN hatte das Lateinamerikageschäft 2009 von Volkswagen übernommen.

Die Wolfsburger sind fest entschlossen, ihren Absatz von Transportern, Pickups und Lieferwagen in den nächsten Jahren auszubauen. Man will vor allem außerhalb Europas wachsen – ein wichtiger Zukunftsmarkt wird Asien sein, wo der Markt bis 2018 auf 1,2 Millionen Fahrzeuge wachsen soll. Der Pritschenwagen Amarok, der in Argentinien vom Band rollt und ab 2012 auch in Hannover gefertigt werden soll, ist der Hoffnungsträger der Wolfsburger.

Die Wolfsburger halten knapp 30 Prozent des Kapitals und der Stimmrechte von MAN und wollen die Münchener mit der Nutzfahrzeug-Tochter Scania unter dem eigenen Konzerndach zusammenführen, um Synergien zu heben. Allerdings stehen der Transaktion noch einige Hürden im Weg, unter anderem Korruptionsvorwürfe gegen MAN und die ehemalige Tochter Ferrostaal sowie eine laufende Kartelluntersuchung. Volkswagen dämpfte zuletzt mehrfach die Hoffnungen auf einen schnellen Zusammenschluss von MAN und Scania.

Dow Jones Newswires/gk