Anlage von Dürr

In Folge der Coronakrise rechnet der Maschinenbau in Deutschland mit Produktionsrückgängen um rund ein Fünftel. Bild: Dürr

| von Werner Beutnagel

"Auch wenn sich am aktuellen Rand eine leichte Entspannung auf niedrigem Niveau abzeichnet, müssen wir damit rechnen, dass die schwache Nachfrage im zweiten Halbjahr noch spürbar auf die Produktion durchschlagen wird", sagte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers am Dienstag. "Daher gehen wir für das Gesamtjahr 2020 von einem Produktionsrückgang von 17 Prozent aus."

In den ersten sieben Monaten sank der Auftragseingang im deutschen Maschinen- und Anlagenbau dem VDMA zufolge real um 16 Prozent, die Produktion lag real um 14 Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Mitte März hatte der VDMA seine Produktionsprognose für 2020 bereits einmal deutlich nach unten korrigiert auf minus fünf Prozent. Die exportorientierte Branche wird nicht nur durch die Coronakrise belastet, sondern auch durch eine zunehmende Abschottung internationaler Handelsmärkte sowie den Umbruch in der Automobilindustrie. Die Auslastung der Unternehmen sackte nach VDMA-Angaben in den vergangenen Monaten auf etwas mehr als 76 Prozent ab - so niedrig wie zuletzt im Jahr 2010.

Eine allmähliche Erholung erwarten die VDMA-Volkswirte im nächsten Jahr - auch wenn das Vorkrisenniveau noch nicht erreicht werde. "Wir rechnen für 2021 mit einem Produktionswachstum von zwei Prozent", prognostizierte Wiechers. Voraussetzung für jedes Wachstum sei jedoch, dass die Pandemie nicht erneut Märkte und Lieferketten lahmlege und wichtige Abnehmerländer des Maschinenbaus sich nicht "in weitere Handelskriege hineinziehen lassen", betonte der Verband.

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