Nissan baut Produktion auf E-Fahrzeugfertigung um

Die Investitionen zielen auf eine Reihe von Schlüsselbereichen und schlagen sich beispielsweise in einem „universellen Antriebsmontagesystem“ nieder, das vom Nissan Forschungs- und Entwicklungszentrum für Produktionstechnik entwickelt wurde. Bild: Nissan

| von Christian Klein

Wie der japanische Automobilhersteller mitteilt, werden zunächst rund 33 Milliarden Yen (rund 275 Millionen Euro) in das japanische Werk Tochigi investiert. Nach Abschluss der Arbeiten im Jahr 2020 sollen die neuen Technologien dann in den weltweiten Werken eingeführt werden.

„Die Fähigkeiten unserer Fahrzeuge entwickeln sich in einem nie dagewesenen Ausmaß weiter“, sagt Hideyuki Sakamoto, Executive Vice President von Nissan für Produktion und Lieferkettenmanagement. „Um diese Möglichkeiten in die Tat umzusetzen, müssen wir die Art und Weise der Autoproduktion neu denken. Das bedeutet auch, dass sich unsere Techniker in Zukunft mit neuen, noch nicht erforschten Bereichen beschäftigen werden.“

Die Investitionen zielen auf eine Reihe von Schlüsselbereichen und schlagen sich beispielsweise in einem „universellen Antriebsmontagesystem“ nieder, das vom Nissan Forschungs- und Entwicklungszentrum für Produktionstechnik entwickelt wurde. Bei dem neuen System kann mit Hilfe einer automatisierten Palette der gesamte Antriebsstrang auf einmal installiert werden. Das System misst beim Einbau die Abmessungen des Fahrzeugs und macht automatisch entsprechende Mikro-Anpassungen. Damit wird sichergestellt, dass die Antriebe mit millimetergenauer Präzision integriert werden.

Zudem ist das neue System äußerst flexibel. Ein und dieselbe Palette kann drei verschiedene Antriebstypen (Verbrennungsmotor, e-Power System und rein elektrischer Antrieb) einbauen und 27 verschiedene Kombinationen von Antriebsmodulen montieren.

Auch der ergonomisch anspruchsvolle Einbau des Dachhimmels läuft künftig automatisiert ab. Er wird von vorne durch den Frontscheibenrahmen eingeführt, das anschließende Befestigen erledigen Roboter. Sensoren überwachen Druckveränderungen und nutzen ein proprietäres Logiksystem, um festzustellen, ob die Clips sicher eingerastet sind.

Ein weiteres Beispiel für eine Aufgabe, die nun automatisiert erledigt werden kann, ist das Versiegeln: das Aufbringen einer Dichtpaste rund um die Karosserie, um das Eindringen von Wasser zu verhindern. Zusätzlich zum automatisierten Auftragen des Dichtmaterials haben Nissan Ingenieure die exakten Bewegungen und Gesten der ausgebildeten Facharbeiter beim Glätten und Nacharbeiten analysiert und berechnet, wie viel Druck dabei jeweils ausgeübt wird. Aus diesen Informationen machten sie Anweisungen für die Roboter und setzten dabei weitere Verbesserungen um. Im Ergebnis können Roboter das Dichtmaterial nun selbst entlang der komplexesten Dichtungen schnell und präzise auftragen und nacharbeiten.