Opel Mokka

Bereits weit gediehen scheinen die Produktion der nächsten Generation des erfolgreich am Markt gestarteten Kompakt-SUV Mokka aus Korea zu Opel nach Europa zu verlegen. - Bild: Opel

“Selbstverständlich sind wir immer dabei, nach Wegen zu suchen, um unsere Fahrzeugproduktion und Kapazitätsausnutzung so effizient wie möglich zu gestalten”, sagte ein Opel-Sprecher am Montag in Rüsselsheim.

Die Opel-Mutter General Motors (GM) führe Untersuchungen durch, um über die bestehenden Möglichkeiten hinaus zusätzliche Produktionsstätten für kleine SUVs zu finden: “Alle weiteren Spekulationen inklusive derer, die das Werk Saragossa betreffen, können wir nicht bestätigen.”

Zuvor hatte das “Handelsblatt” (Dienstag) von konkreten Überlegungen aus Konzernkreisen berichtet, einen Großteil der laufenden Mokka-Produktion von Korea nach Europa zu holen. Eine Entscheidung könne demnach bereits in den nächsten Wochen fallen, den Zuschlag werde das spanische Werk Saragossa erhalten, zitiert das Blatt mit der Situation vertraute Personen.

Mokka nach Saragossa und Corsa nach Eisenach

Davon könnte das Werk Eisenach profitieren. Aktuell teilen sich die Opelaner in Thüringen die Corsa-Fertigung mit ihren Kollegen im spanischen Saragossa. Wenn der Mokka künftig in Spanien gefertigt werden sollte, würde Eisenach im Gegenzug einen größeren Teil der Corsa-Produktion übernehmen, wird spekuliert. Betriebsrat und Unternehmen suchen angesichts der Absatzkrise Möglichkeiten, die Werke in Europa besser auszulasten. So könnten Modelle der Schwestermarke Chevrolet für den europäischen Markt in Opel-Fabriken statt in Korea gebaut werden, oder Opel-Fahrzeuge wie der Mokka.

Der Erfolg des Mokka könnte das ändern: Mehr als ein halbes Jahr nach dem Verkaufsstart hat er sich für Opel-Verhältnisse zum absoluten Bestseller entwickelt. Mehr als 100.000 Bestellungen sind bisher eingegangen. Der Wagen ist vor allem in Deutschland, Russland, England, Italien und Frankreich ein Renner.

Erfolg für den neuen Opel-Chef

Für den neuen Opel-Vorstandschef Karl-Thomas Neumann wäre die Verlagerung nach Europa ein erster Achtungserfolg im weltweiten GM-Konzern. Denn bisher sind die Forderungen der Rüsselsheimer, Opel-Modelle heimzuholen, die nicht in Europa gefertigt werden, an Widerständen im Konzern gescheitert.

Bereits im Februar berichtete die AUTOMOBIL PRODUKTION über mögliche konkrete Pläne, die Produktion der nächsten Generation des Mokka aus Korea zu Opel nach Europa zu verlegen. Zugute käme das den unter einer schwachen Auslastung leidenden Werken von Opel/Vauxhall. Wie Peter Thom, Produktionschef von Opel/Vauxhall Europe im Interview bestätigte, werde derzeit intensiv geprüft, “unter welchen Bedingungen eine europäische Produktion der für Europa bestimmten Chevrolet-Modelle sinnvoll ist”.

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dpa/Handelsblatt/Guido Kruschke