Matthias Müller Porsche

Matthias Müller: Porsche will trotz des Absatzbooms im Ausland auch künftig nur in Deutschland produzieren und setzt unter anderem auf den Ausbau des Standorts Leipzig. - Bild: Porsche

“Wenn nichts Unvorhergesehenes passiert, beispielsweise protektionistische Maßnahmen in einem Land drohen, bleibt Porsche ‘Made in Germany’”, sagte Porsche-Vorstandschef Matthias Müller der in Chemnitz erscheinenden „Freien Presse“ (Samstagausgabe).

Noch im Mai war Müller in einem Bericht der “Süddeutschen Zeitung” mit den Worten zitiert worden, Porsche denke über eine Produktion auch in China oder den USA nach. Der Stuttgarter Sportwagenhersteller, der auch in Leipzig ein Werk betreibt, baut bereits in Atlanta ein neues US-Hauptquartier. Zuletzt ging jeder vierte Porsche an einen Kunden in Nordamerika, jedes sechste Fahrzeug wurde nach China geliefert. In den ersten vier Monaten 2011 hatte Porsche seine Verkäufe weltweit um fast ein Drittel auf mehr als 38.000 Fahrzeuge gesteigert.

Müller betonte in dem Zeitungsinterview, Absatzzahlen stünden für die Volkswagen-Tochter jedoch nicht im Vordergrund. “Das entscheidende Kriterium für uns ist die Rendite. Die liegt bei 15 Prozent, und diese Grenze wollen wir nicht unterschreiten. Qualitatives Wachstum ist unser Ziel.” Porsche ist einer der rentabelsten Autobauer der Welt. Im ersten Quartal belief sich operative Marge der Porsche AG auf knapp 22 Prozent.

Porsche plant seine Ressourcen ausgewogen

Porsche Leipzig

Im Porsche-Werk Leipzig läuft unter anderem der Panamera vom Band. - Bild: Porsche

Auf die Frage, ob die nächste Generation des Cayenne und Panamera auch komplett in Leipzig produziert werden soll, antwortete Müller eher ausweichend: “Porsche muss ausgewogen planen, auch mit Blick auf das Stammwerk in Zuffenhausen. Dort ist zuletzt zu wenig investiert worden und es fehlt das, was Leipzig im Überfluss hat, nämlich Platz. Zum anderen müssen wir Ausgewogenheit auch im Konzernverbund beachten, also die Auslastung von Hannover im Auge haben. Von daher beschäftigen wir uns derzeit nur mit dem Ausbau des Standortes für das Modell Cajun.”

“Der neuen Cajun, das ist der Arbeitstitel für unser Modell unterhalb des Cayenne, wird vollständig in Leipzig vom Band laufen. Dazu investieren wir in den Karosseriebau und die Lackiererei rund 600 Millionen Euro.”, führte der Porsche-Chef weiter aus. Insgesamt sollen nach Müllers Aussage in Leipzig mindestens 1.000 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.