Stäubli TX200

Bei der Bearbeitung der Frontschürzen punktet der Stäubli TX200 mit vorbildlicher Präzsion. Bild: Stäubli

Die Polytec Group hat sich als Hersteller von Originalzubehörteilen aus Kunststoff und Edelstahl einen Namen gemacht. Während einige Bereiche der Gruppe zunehmend Märkte außerhalb der Automobilindustrie beliefern, hat sich die Polytec Car Styling in Hörsching gänzlich dem Fahrzeugsektor verschrieben. Das Unternehmen gestaltet, entwickelt und produziert gemeinsam mit der Automobilindustrie sowohl Serien- als auch Original-Exterieurteile aus Kunststoff. Die Leistungen umfassen Design, CAD-Engineering, Modell- und Werkzeugbau, Produktion sowie die notwendige Logistik.

Dominierten in der Vergangenheit bei der Bearbeitung von Front- und Heckschürzen für Pkw noch Handarbeit und klassischer Vorrichtungsbau, belegt eine installierte Roboterzelle, dass es auch anders geht. Die Anlage, auf der unter anderem Frontschürzen für namhafte Sportwagenhersteller bearbeitet werden, hat sich seit ihrer Inbetriebnahme bestens bewährt. Ein sechsachsiger Stäubli Roboter des Typs TX200 bringt die geforderte Flexibilität ins Spiel, wie Gerhard Fürst, Leiter Modell- und Formenbau bei Polytec Car Styling bestätigt: „Der Roboter ist ein Multitalent. Wir setzen ihn derzeit für Fräs-, Bohr- und Schleifarbeiten an Frontschürzen für verschiedene Exterieurteile ein. Mit der Stäubli Maschine können wir die Kunststoffteile in einem Durchgang schnell, wirtschaftlich und hochgenau komplett bearbeiten.“

Robotik-Lösung von Stäubli
Diese komplizierte Vorrichtung für die manuelle Bearbeitung wurde durch die innovative Robotiklösung ersetzt. Bild: Stäubli

Die Roboterzelle ist mit einer automatischen Werkzeugwechselstation ausgestattet, an der sich der TX200 das gerade benötigte Werkzeug abholt. Bei der Komplettbearbeitung der Frontschürzen stehen die Arbeitsschritte Löcher bohren, Ausschnitte fräsen und Lackiervorbereitung durch mechanische Aktivierung der Oberfläche auf dem Programm. Der Roboter führt das komplexe Aufgabenspektrum hochpräzise in wenigen Minuten aus.

Roboterbearbeitung und Handarbeit im Mix

Der Vergleich mit der klassischen Arbeitsweise im Modell- und Formenbau belegt die Vorteile des Technologiewechsels. Als Gerhard Fürst die mechanische Vorrichtung zeigt, mit der Frontschürzen in der Vergangenheit bearbeitet wurden, zeigt sich der Unterschied zur Roboterbearbeitung. Insgesamt acht Elektrowerkzeuge von der Oberfräse bis zur Handbohrmaschine gruppieren sich um die komplizierte Vorrichtung. Der Werker musste dabei in Handarbeit jeden Bearbeitungsschritt der Reihe nach mit der jeweiligen Maschine ausführen.

Mit der Roboterbearbeitung hat jetzt die Automation Einzug gehalten. Lediglich an schlecht zugänglichen Stellen ist eine manuelle Nachbearbeitung  vorgesehen. Bei Polytec setzt man bewusst nicht auf Vollautomation um jeden Preis, sondern auf einen sinnvollen Automatisierungsgrad. „Mit unserem Mix aus Handarbeit und automatischer Roboterbearbeitung erreichen wir eine hervorragende Flexibilität und Produktivität. Diese hybride Lösung garantiert Wirtschaftlichkeit und Qualität. Genau das schätzen unsere Kunden in der Automobilindustrie“, so Gerhard Fürst.

Die reine Bearbeitungszeit verkürzt sich durch den Einsatz des Stäubli TX200 je nach Modellvariante um mindestens 30 Prozent. Hinzu kommen Zeiteinsparungen durch den Wegfall des klassischen Vorrichtungsbaus. Das Teachen des Roboters anhand  neuer Modellvarianten ist eine Sache von einigen Stunden, der Bau einer neuen Vorrichtung hingegen dauert Tage. Auch Bauteiländerungen durch den Auftraggeber, die in der Vergangenheit oft zu arbeitsintensiven Umbauten an Werkzeugen und Vorrichtungen führten, lassen sich heute programmiertechnisch mit ein paar Mausklicks erledigen.

Warum man sich beim Roboter für den Stäubli TX200 entschied, erläutert Gerhard Fürst: „Der Roboter ist nicht nur präzise und schnell, sondern dank voll gekapselter Bauweise auch unter staubigen Einsatzbedingungen absolut zuverlässig. Außerdem kann der Sechsachser mit seiner Reichweite von 2,2 Metern unser komplettes Aufgabenspektrum sicher erfüllen.“