Stäubli TX90 Roboter

Bei der Montage der Gangstellermodule arbeiten die beiden Stäubli TX90 Roboter Hand in Hand. Bild: Stäubli

Gangstellermodule aus Hochleistungskunststoff haben Konjunktur. Sie kommen in Doppelkupplungsgetrieben zum Einsatz und sorgen dort für die Betätigung der Schaltgabeln. FTE automotive, international tätiger Erstausrüster in den Bereichen Antriebsstrang und Bremssysteme, hat Gangstellermodule aus einem Polyamid-Hochleistungskunststoff entwickelt, der 35 Prozent leichter als ein vergleichbares Aluminium-Pendant ist. In dem Kunststoffgehäuse sind vier Zylinder mit jeweils zwei Schaltstellungen integriert. Das Modul kann somit sieben Vorwärts- und einen Rückwärtsgang betätigen.

In der Montage der Module steckt jede Menge Know-how, seitens FTE, aber auch seitens des mit der Planung und Realisierung der Komplettanlage beauftragten Sondermaschinenbauers M.A.i. aus dem fränkischen Kronach. „Der immense Montage- und Prüfaufwand erklärt sich erst bei genauerer Betrachtung“, betont M.A.i-Geschäftsführer Hermann Fischer und fährt fort: „Insgesamt mussten wir über 50 Montageprozesse und mehr als 30 Funktionsprüfungen in die Anlage integrieren. Da in der letzten Ausbaustufe rund eine Million Gangsteller pro Jahr über die Anlage laufen werden, sind Engpass-Stationen in zweifacher Ausführung geplant, um die dann erforderlichen Taktzeiten erreichen zu können.“

Der Rundgang durch die Anlage unterstreicht die Komplexität der Aufgabenstellung: Auftrag einer Dichtraupe mit Höhenvermessung über hochauflösenden Kameras, zahlreiche Montage-, Mess- und Dichtheitsprüfstationen, Ultraschallschweißstationen, vier vollautomatische Laserdurchstrahlschweißanlagen, Teach- und Prüfstationen für Hallsensorik und vieles mehr lassen erahnen, wie viel Know-how und Technologieexpertise in der Anlage stecken.

Hochmodulares Anlagenkonzept mit maximaler Flexibilität

Um diese Komplexität beherrschbar abbilden zu können, entwickelte M.A.i ein hochmodulares Anlagenkonzept, das auf sechseckigen Roboterzellen mit jeweils sechs integrierten Funktionssatelliten basiert. Herzstück jeder Zelle ist ein Stäubli-Roboter, um den sich die Satelliten in Form von Bearbeitungs- und Prüfstationen im Kreis gruppieren. Die einzelnen Zellen der Anlage sind über Zu- und Abführbänder miteinander verkettet. Entscheidender Vorteil dieser Lösung: Die Anlage lässt sich jederzeit durch zusätzliche Roboterzellen für taktzeitkritische Prozesse erweitern und somit perfekt der Stückzahlentwicklung bei FTE anpassen.

In der letzten Ausbaustufe werden es 13 Roboter – von Vierachsern bis zu diversen Sechsachsern – sein, die ihr breites Aufgabenspektrum rund um die Uhr im Dreischichtbetrieb bewältigen. Eines ist allen Maschinen gemeinsam: ihre Herkunft. Dazu Fischer: „Wir setzen in dieser Anlage ausschließlich Roboter von Stäubli ein, weil sie wie geschaffen sind für derart anspruchsvolle Aufgabenstellungen unter Sauberraumbedingungen. Dank ihrer geschlossenen Struktur mit innenliegenden Medienführungen erfüllen sie selbst Reinraumanforderungen bereits in Standardkonfiguration. Außerdem sind alle Roboter in ESD-Ausführung gegen elektrostatische Aufladung erhältlich – eine Option, die für den Einsatz hier bei FTE unerlässlich war. Und: Sie arbeiten schnell, präzise und zuverlässig.“

Obgleich M.A.i beispielsweise für die Bauteilhandhabung in den vier integrierten Laserdurchstrahlschweißanlagen den kompakten Sechsachser TX60 einsetzt oder wie bei Roboterzelle eins auf den großen, ultraschnellen Scara TS80 vertraut, ist es doch der Stäubli TX90, der in den meisten Roboterzellen zum Einsatz kommt. Dieser Sechsachser mit seiner kompakten Bauweise verfügt über eine große Reichweite, so dass er die einzelnen Funktionssatelliten der Zellen problemlos erreichen kann. Ob Scara oder Sechsachser – alle Stäubli-Roboter erfüllen die Erwartungen bei FTE in vollem Umfang.