Kuka verordnet sich 300 Mio Euro Sparprogramm

Führt Kuka seit dem Abgang von Till Reuter als Interims-CEO: Peter Mohnen. Bild: Kuka

Der Champagner muss wohl noch längere Zeit im Keller bleiben: Das Geschäftsjahr 2018 des Kuka-Konzerns – in das bereits zwei Gewinnwarnungen einschlugen – sieht in der Bilanz schlecht aus für die Roboter- und Automatisierungsspezialisten aus Augsburg.

So schrumpfte der Umsatz um knapp sieben Prozent von 3,48 Milliarden Euro auf 3,24 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) sackte von 148 Millionen Euro um 35 Prozent auf 96 Millionen Euro ab. Ohne Bereinigungen brach der Gewinn vor Steuern und Zinsen von knapp 103 auf gut 34 Millionen Euro ein, was die Rendite auf 1,1 Prozent (Vorjahr 3,0 Prozent) schrumpft.

Kuka Robotics büßte beim Umsatz 1,5 Prozent ein (Rückgang auf 1,18 Milliarden Euro), Kuka Systems gar 17,6 Prozent (Rückgang auf 1,30 Milliarden Euro).

Auf der Liste der Gründe für diese Entwicklung finden sich geopolitische Störfaktoren wie der Handelsstreit zwischen den USA und China, die anhaltenden Brexit-Verunsicherungen, aber auch „neue Marktteilnehmer“ im Feld der Automatisierung und „zurückhaltendere Investitionen“ im Kundenkreis auf dem Gebiet der Digitalisierung.

Interims-Finanzchef Mohnen will mit Kostensenkungen gegensteuern und über Effizienzsteigerungen bis 2021 insgesamt 300 Millionen Euro operativ einsparen. Am Standort Augsburg sollen in diesem Jahr 350 Stellen abgebaut werden. Die Zahl der Leiharbeiter wurde bereits von 500 auf 100 gesenkt, der seit Februar 2019 verhängte Einstellungsstopp gilt weiterhin.

Strategisch heißt die Ansage: Konzentration auf China, Investitionen in Forschung und Entwicklung und Verbesserung der Organisationsstruktur in Richtung Dezentralisierung und Kundenfokussierung.

Für das Jahr 2019 jedenfalls heissen die ambitionierten Ziele: Konzernumsatz im Bereich von 3,3 Milliarden Euro, Rendite etwa 3,5 Prozent.