VDW: Unsichere Auto-Zukunft bremst Werkzeugmaschinenbau

VDW-Chef Dr. Wilfried Schäfer: „Viele Länder müssen nun ausbaden, was internationale Politiker täglich vom Zaune brechen.“ Bild: VDW

Die Bestellungen aus dem Inland gingen demnach um 28 Prozent zurück. Die Auslandsorders verloren 18 Prozent. Im ersten Halbjahr 2019 sank der Auftragseingang um 21 Prozent. Das Inland notierte 19 Prozent im Minus, das Ausland 23 Prozent. 

„Auch im zweiten Quartal liegen die Bestellungen abermals gut ein Fünftel unter dem starken Vorjahr“, konstatiert Dr. Wilfried Schäfer, Geschäftsführer des VDW (Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken), die Faktenlage. Der Basiseffekt könne nicht mehr darüber hinwegtäuschen, dass die Investitionen im Maschinen- und Anlagenbau weltweit rückläufig sind, so Schäfer weiter.

Die Werkzeugmaschinenindustrie könne sich nicht freimachen von den Ursachen, die die gesamte Weltwirtschaft in Turbulenzen stürzen und schon vielfach benannt worden seien. „Im Kreise der internationalen Anbieter befinden wir uns in bester Gesellschaft. Die Bestellungen von Werkzeugmaschinen sind weltweit eingebrochen. Viele Länder müssen nun ausbaden, was internationale Politiker täglich vom Zaune brechen“, kommentiert Schäfer.

Als reiner Investitionsgüterlieferant und Ausrüster der Industrie sei die Werkzeugmaschinenindustrie (sie repräsentiert in Deutschland einen Jahresumsatz von ca. 17 Milliarden Euro) dem Sog aus der Nachfrageschwäche der größten Abnehmerbranchen Maschinenbau und Automobilindustrie ausgesetzt, die durch den lange verzögerten Transformationsprozess hin zu neuen Antriebstechnologien zusätzlich verunsichert ist und Investitionen zurückschraubt.

Innerhalb der Triade halten sich die Europäer dennoch am besten. Die Bestellungen aus den Euroländern sind über die ersten sechs Monate „nur“ um 5 Prozent zurückgegangen, die der Nicht-Euroländer hingegen um 28 Prozent. 

Aktuell flankiert wird die Branchenanalyse des VDW vom Konjunkturbarometer des Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) für den Monat August 2019: Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sind um 19,6 Punkte auf minus 44,1 Punkte zurückgegangen - das ist der niedrigste Stand seit Dezember 2011. 

„Die erneute Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China, das damit verbundene Risiko eines globalen Abwertungswettlaufs sowie die gestiegene Wahrscheinlichkeit für einen No Deal-Brexit treffen auf ein ohnehin abgeschwächtes Wirtschaftswachstum", nennt Prof. Achim Wambach als wichtigste Gründe. Der ZEW-Präsident geht außerdem davon aus, dass sich die Entwicklung der deutschen Exporte und der Industrieproduktion weiter verschlechtern.