Mini Rocketman

Keine Verzögerungen - BMW will nach ersten öffentlichen Präsentationen des Rocketman erst einma die Reaktionen des Publikums auswerten. - Bild: BMW

Beim Premiumautobauer BMW ist nach einem Medienbericht weiter unklar, ob und wann das Smart-Konkurrenzmodell Mini-Rocketman in Serie gehen wird.

Nach Informationen der “Automobilwoche” verzögert sich die Entscheidung des BMW-Vorstandes über die Produktion des Smart-Herausforderers. Der “Rocketman”, der auf der Automobilmesse in Genf vorgestellt wurde, ist deutlich kleiner und leichter als die bisherigen Modelle von Mini.

Der Autohersteller stehe vor einem betriebswirtschaftlichen Problem: Als Serienfahrzeug müsste der Rocketman deutlich preiswerter angeboten werden als das bislang kleinste Modell Mini one, berichtet das Blatt in seiner neuesten Ausgabe unter Berufung auf das BMW-Management.

In der Produktion wäre die verkürzte Version aber kaum günstiger. “Aus dem Rocketman einen profitablen Business-Case zu machen, wird nicht einfach”, zitiert das Blatt eine hochrangige Quelle. Die Frage ist demnach, ob BMW mit dem Mini-Rocketman Geld verdienen kann. Hinzu komme, das BMW zurzeit im Werk Oxford gar keine Kapazitäten für die Produktion des neuen Mini habe.

Der Münchner Premiumautobauer investiert derzeit weitere 500 Millionen Pfund in sein britisches Produktionsnetzwerk. Seit 2001 produziert BMW Fahrzeuge der Marke Mini am Standort Oxford. In diesem Zeitraum entstanden dort knapp zwei Millionen Fahrzeuge. Über 1,5 Millionen Minis wurden an Kunden in 90 Ländern ausgeliefert.

BMW dementiert die Verzögerungen

Ein BMW-Sprecher bestritt am Sonntag Verzögerungen bei dem neuen Mini. Das Projekt befinde sich in einem so frühen Stadium, dass es noch zu früh für eine Entscheidung über die Serienreife sei. “Es gibt noch keine Entscheidung über Ja oder Nein”, unterstrich er. Derzeit gehe erst einmal darum, nach ersten öffentlichen Präsentationen die Reaktionen des Publikums auszuwerten.

Der Rocketman feierte auf dem Genfer Automobilsalon 2011 seine Weltpremiere. Der Kleine kommt auf eine Länge von 3,42 Metern und ist damit gut 30 Zentimeter kürzer als das aktuelle Modell. Die Karosserie besteht zu großen Teilen aus Karbon, im Innenraum gibt es viele Zierteile aus bunt beleuchtetem gepresstem Spezialpapier. So soll das Fahrzeuggewicht unter eine Tonne sinken und einen Verbrauch von etwa drei Litern auf 100 Kilometern ermöglichen.

dpa-AFX/Guido Kruschke