Volkswagen Nutzfahrzeuge Hannover High-Tech-Lackierstraße

Spritzdüsen verteilen den Lack per Hochrotation. Die neue Technik soll eine Einsparung von 60 Tonnen Lack pro Jahr bringen. Bild: VWN

| von Götz Fuchslocher
Volkswagen Nutzfahrzeuge High-Tech-Lackieranlage Hannover
Eine der Steuerzentralen der neuen Decklackanlage: Die Bedienelemente sind höhenverstellbar und damit auch für Beschäftigte im Rollstuhl zu bedienen. Bild: VWN

Bei dem System handelt es sich laut Volkswagen Nutzfahrzeuge um eine der modernsten Decklackanlagen im Volkswagen-Konzern. Die neue Anlage misst 280 Meter in der Länge, 27 Meter in der Breite und ist 25 Meter hoch. Bis zu 490 Fahrzeuge erhalten hier pro Tag auf zwei parallelen Arbeitssträngen den farbigen Basislack und den finalen Klarlack. Die Ergonomie der Arbeitsplätze habe man beim Neubau erneut gesteigert, die komplette Anlage sei zudem barrierefrei konzipiert, wodurch jetzt auch Menschen im Rollstuhl in der Anlage arbeiten können, hört man von Volkswagen. Weiter heißt es, der Bau der Anlage habe anderthalb Jahre gedauert und man habe 70 Millionen Euro in die High-Tech Lackierstraße investiert.

60 Tonnen weniger Fahrzeuglack

Volkswagen zufolgen sollen der Energie- und Materialverbrauch deutlich sinken. Dank der Lackierglocken auf den Robotern, die den Lack jetzt in allen Lackierprozessen im elektrostatischen Hochrotationverfahren mit bis zu 65.000 Umdrehungen in der Minute verteilen, sollen sich 60 Tonnen Fahrzeuglack pro Jahr einsparen lassen. Anstelle von 100 Prozent Frischluftzufuhr setzt man nun rund 80 Prozent Umluft ein. Dies führt laut VWN zu Einsparungen bis zu 25.000 Megawatt Energie pro Jahr. In der neuen Decklackanlage werden nicht aufgetragene Lackpartikel über eine Kartonfilterabscheidung aufgefangen. Dies soll 3.400 Kubikmeter Frischwasser pro Jahr sparen. VWN zufolge ist auch der Aufbau der Lackschichten neu, es entfalle der so genannte Füller. Pro Arbeitstag spare man dadurch bis zu 600 Kilogramm Füller. Sensoren messen überdies Schichtdicke, Farbton und Lackstruktur - bisher wurde die Überprüfung der Werte noch manuell erfasst.