VW Routan

Volkswagen will die Produktion seines US-Minivans Routan einstellen. - Bild: VW

Das sagte Volkswagens US-Chef Jonathan Browning in Newy York. Der genaue Zeitpunkt, wann der letzte Routan vom Band läuft, steht allerdings noch nicht fest, das wird sich nach Aussagen von VW-Vertretern in den kommenden Monaten entscheiden. Dieses Jahr sollen noch einige Tausend gebaut werden. Die Produktion werde aber definitiv eingestellt, bestätigte ein VW-Sprecher.

Schwieriger Einstieg in den US-Minivan-Markt

Mit dem Routan wollte VW in den amerikanischen Minivan-Markt einsteigen, das Modell ist aber nie richtig in die Gänge gekommen. Im vergangenen Jahr hat VW lediglich 10.484 Exemplare verkauft. 2011 waren es noch 12.473 Stück. Das lag unter anderem daran, dass das Auto nie sonderlich stark beworben wurde und im Vergleich zum Chrysler-Modell, das auf derselben Plattform basiert, recht teuer ist.

Der Siebensitzer Routan wird seit 2008 im kanadischen Werk Windsor des US-Herstellers Chrysler im Auftrag von VW produziert. Der Wagen war eines der letzten Projekte des ehemaligen Volkswagen-Managers Wolfgang Bernhard, der die Wolfsburger 2007 nach schweren Auseinandersetzungen mit den Arbeitnehmervertretern im Zuge einer tiefgreifenden Restrukturierung verlassen hatte.

Vor seiner Zeit bei VW war Bernhard zu Zeiten der Allianz mit Daimler bei Chrysler aktiv und sitzt heute wieder im Vorstand der Stuttgarter. Dort verantwortet er momentan das Produktions- und Einkaufsressort im Pkw- und Van-Bereich, wird aber bald die Truck-Sparte übernehmen.

CrossBlue könnte erfolglosen Routan ablösen

Der Routan Minivan stieß beim Nachfolgemanagement von VW um Vorstandschef Martin Winterkorn seinerzeit auf wenig Gegenliebe. Eine Ablösung für den Routan könnte schon in den Startlöchern stehen: Auf der diesjährigen Automesse in Detroit stellte Europas größter Autobauer die SUV-Studie CrossBlue vor, sozusagen eine XXL-Version des erfolgreichen bisher größten Geländewagens Touareg.

Das fünf Meter lange Ungetüm wird, sollte es in Serie gehen, sieben Sitzplätze haben und soll VW helfen, die ehrgeizigen Pläne in den USA zu verwirklichen. Europas Nummer Eins will bis 2018 mehr als eine Million Autos in den Vereinigten Staaten absetzen.

Die USA sind damit einer der wichtigsten Eckpfeiler beim Vorhaben der Wolfsburger, bis dahin mit mehr als 10 Millionen weltweiten Verkäufen an die automobile Weltspitze vorzustoßen. 2012 verkaufte VW dort mehr als 596.000 Pkw – ein Plus von rund einem Drittel. Erstmals seit 1973 knackten die Niedersachsen damit die Marke von einer halben Million US-Verkäufen.

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Dow Jones Newswires/Guido Kruschke