VW Werkzeugbau mit neuem 3D-Druckzentrum

Feierlicher Schnitt mit 3D-Schere (von links): Oliver Schauerte, Leiter Forschung Werkstoffe und Fertigungsverfahren, Eckhard Ritz, Leiter Werkzeugbau Marke Volkswagen, Uwe Schwartz, Leiter Planung Marke Volkswagen eröffnen gemeinsam das „Projekthaus Additive Fertigung“. Bild: VW

| von Christian Klein

„Das 3D-Druck-Zentrum hebt die Additive Fertigung von Volkswagen auf ein neues Niveau“, sagte Andreas Tostmann, Produktionsvorstand der Marke Volkswagen, bei der Eröffnung des 3D-Druck-Zentrums. „Der dreidimensionale Druck wird in zwei bis drei Jahren auch für erste Teile in der Serienfertigung interessant. Perspektivisch können wir 3D-Drucker auch direkt an den Fertigungsstraßen innerhalb der Fahrzeugproduktion einsetzen,“ so Tostmann weiter.

Die in Kooperation mit dem US-Hersteller HP entwickelte, neue 3D-Drucker-Generation gilt als die modernste innerhalb des Volkswagen Konzerns und basiert auf dem „Binder Jetting“-Verfahren, welches das bisherige Selective Laser Melting-Verfahren (SLM) ergänzt.

Beim „Binder Jetting“ werden Bauteile mithilfe eines Metallpulvers und Bindemittels (Binder) schichtweise hergestellt. Das so entstandene Bauteil wird anschließend im sogenannten Sinterprozess zu einem metallischen Teil „gebacken“. Künftig werden die unterschiedlichen Verfahren ihr spezifisches Einsatzgebiet haben und sich so optimal ergänzen. Die „Binder Jetting“- Geräte machen den metallischen 3D-Druck laut VW nicht nur deutlich einfacher, sondern auch schneller. Künftig können damit auch Fahrzeugteile für die Serienfertigung hergestellt werden.

Im 3D-Druck-Zentrum, mit 3.100 Quadratmetern Geschäftsfläche, arbeiten Werkzeugbauer, Planer und Forscher bei der Entwicklung von neuen Produkten und Prozessen eng zusammen. Im Rahmen des Zukunftspakts entstand mit der Additiven Fertigung zugleich eine eigene Unterabteilung mit elf Zukunftsarbeitsplätzen.

Der Leiter der Additiven Fertigung, Oliver Pohl, hob bei der Eröffnung insbesondere die Mannschaftsleistung des gesamten Teams hervor: „Wir haben hier ein innovatives Zentrum geschaffen, das für Volkswagen in der Zukunft strategisch von immenser Bedeutung sein wird“.

„Die Eröffnung des 3D-Druck-Zentrums unterstreicht die Wichtigkeit des Innovationsfonds‘ II, der Investitionen wie diese möglich macht“, sagte Betriebsrätin Susanne Preuk. „Sich für neue Technologien zu öffnen und diese auch im Sinne der Beschäftigten zukunftsfähig zu gestalten, begrüßen wir seitens des Betriebsrats.“

Bislang wurde im Volkswagen Konzern im Metallischen 3D Druck hauptsächlich mit dem SLM-Verfahren gearbeitet. Hierbei wird der zu verarbeitende Werkstoff, beispielsweise Stahl, als feines Pulver in einer dünnen Schicht auf die Grundplatte aufgebracht. Ein Laserstrahl schmilzt das Pulver an den Stellen auf, an dem das Bauteil entstehen soll. Das geschmolzene Pulver erstarrt und bildet eine feste Materialschicht. Mit den neuen, zusätzlichen Anlagen sind im Werkzeugbau nun auch weitere 3D-Druckverfahren wie eben Binder Jetting möglich.