Die besten Geschenke macht man sich selbst. "Mit der Überarbeitung des RS 5 Coupé und RS 5 Sportback schließen wir unser 25-jähriges Jubiläum und die Erneuerung unserer Modellpalette erfolgreich ab", strahlt Oliver Hoffmann, Geschäftsführer der Audi Sport GmbH. Doch bei den ganzen RS-Modellen, die die Ingolstädter in der letzten Zeit auf den Markt gebracht haben, ist es nicht ganz so leicht, den Überblick zu bewahren. Welchen soll ich denn nun nehmen? Das werden sich einige fragen. Schließlich sind der RS 4 und der RS 5 technisch eng verwandt.

In beiden Modellen wummert das gleiche 2,9-Liter-Biturbo-Herz mit 331 kW / 450 PS. Selbst beim Gewicht nehmen sich der Audi RS 5 Sportback und der Audi RS 4 Avant quasi nichts - mit 1.742 Kilogramm ist der RS 5 Sportback ganze drei Kilogramm leichter. Das gleicht ein gutes Mittagessen schon wieder aus. Warum also den RS 5 Sportback wählen? Das ist wie so vieles im Leben Geschmackssache. Aber unserer Meinung nach ist der RS 5 das elegantere Auto und wer nicht als rasender Handlungsreisender wahrgenommen werden will, für den ist die Entscheidung ohnehin eindeutig. Zumal es beim RS 5 Sportback auch ein paar optische Änderungen zu vermelden gibt. Der schwarze Singleframe-Kühlergrill ist breiter und flacher geworden. Die angedeuteten Luftschlitze darüber sollen an den Sport quattro aus dem Jahr 1984 erinnern. Durch die 15 Millimeter breiteren Radhäuser legt der Audi im Zusammenspiel mit dem blitzenden Scheinwerfer-Augen, die es jetzt auch in der Matrix-LED-Ausführung gibt, einen dynamischen Auftritt hin. Abgerundet wird das ganze durch neue Schweller, einen anderen Diffusor und schwarze Endrohre.

Die werden die meisten anderen Verkehrsteilnehmer ohnehin fast ausschließlich zu sehen bekommen. Denn auch dieser RS weiß seine Kraft in Vortrieb umzusetzen: Nach 3,9 Sekunden erreicht der Audi Landstraßentempo und ist bis zu 280 km/h schnell. Dabei genehmigt sich der RS 5 Sportback im Schnitt 9,2 Liter pro 100 Kilometer, überzeugt aber auch und vor allem auf kurvigen Strecken. Der schnell regelnde Allradantrieb treibt dem 4,78 Meter langen Audi fast alle Mätzchen aus und es ist beeindruckend, wie stoisch ruhig der RS 5 Sportback bei Richtungsänderungen bleibt. Man muss das Auto schon sehr schnell in eine enge Kurve schmeißen, um eine Untersteuerneigung festzustellen. Unsere Empfehlung ist es, die 1.350 Euro für das optionale Sportdifferenzial in die Hand zu nehmen, den es verleiht dem Athleten das Extra an Agilität bei den Richtungsänderungen.

Liegt satt und wuchtig auf der Straße

Der schnelle A5 liegt satt und wuchtig auf der Straße und lässt sich auch bei hohem Tempo weder aus der Ruhe bringen noch dringt zu viel Lärm nach innen. Bei Verzögerungen bleibt der RS 5 beherrschbar und neutral, allerdings könnte die Bremse etwas exakter dosierbar sein. Bei den Fahrmodi haben sich die Audi-Techniker erfolgreich bemüht, die Einstellungen eindeutiger zu definieren - zwischen "comfort" und "dynamic" ist ein deutlicher Unterschied zu erfahren. Das ist umso besser, da man mit der RS-Taste am Lenkrad zwei vordefinierte Einstellungen abrufen kann. Und die Konfigurationsmöglichkeiten sind umfangreich. Sogar das Aussehen der Instrumente im 12,3 Zoll großen virtuellen Cockpit verändert sich, wenn man den Audi RS 5 Sportback scharf stellt.

Im Innenraum gefallen uns die bequemen Sportsitze, die auch viel Halt bei den verschiedenen Richtungswechseln geben. Allerdings wird es auf der Rückbank ab einer Größe von 1,85 Meter um das Haupt herum eng und die mittlere Kopfstütze behindert den Blick nach hinten. Der Kofferraum hat eine breite Ladeluke und ein Volumen von 465 Litern. Legt man die Lehnen der Rückbank um, werden rund 1.300 Liter daraus, allerdings müssen die Gepäckstücke über eine Ladekante gewuchtet werden.

Beim Infotainment hat sich ebenfalls etwas getan: Die Zeit des Drehdrückstellers neigt sich in Ingolstadt unweigerlich dem Ende zu. Das 10,1 Zoll große Infotainment-Touchdisplay dient jetzt als zentrales Eingabegerät, die durch die Spracheingabe, die im Großen und Ganzen gut funktionierte, ergänzt wird. Bleibt zum Schluss noch der Preis: Der beläuft sich auf mindestens 83.500 Euro.

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