Seriennäher als die Jubiläumsstudie ist die „BMW i Vision Future Interaction“, die auf der Consumer Electronics Show (CES) zu Anfang des Jahres vorgestellt wurde. Auch bei dieser Cabrio-Studie liegt das besondere Augenmerk eher auf dem Innenraum: Das Panoramadisplay auf der Beifahrerseite ist keine weltferne Vision. Vielmehr gibt es einen Vorgeschmack auf das nächste BMW i-Modell, das 2020 an den Start gehen soll. Dabei ersetzt eine hochauflösende XXL-Glasästhetik die pixeligen Klein-Bildschirme, die bisher in der Autobranche üblich sind: Das kompakte Fahrer-Cockpit wird von einem großen Head-up-Display mit 3-D-Effekten erweitert. Imposanter ist allerdings der Flachbildschirm auf der Beifahrerseite. Mit einer Bildschirmdiagonale von 21 Zoll zieht sich das Projektionsband unter der Windschutzscheibe entlang.

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Alle (Bild: BMW)

Luftschnittstelle einmal anders


Der BMW-Großbildschirm wirkt ähnlich lang und schmal wie das Doppeldisplay der neuen Mercedes E-Klasse. Bei den Stuttgartern erreichen die beiden Mattscheiben mittlerweile eine stolze Diagonale von jeweils 12,3 Zoll (31 Zentimeter). Allerdings deckt das Lenkrad einige Flächen ab und schränkt so die Darstellungsmöglichkeiten ein. Im BMW i Vision Future Interaction ist das durchlaufende Projektionsband fast 40 Zentimeter breit und elf Zentimeter hoch. „Trotzdem ist der Armaturenträger nicht höher als der im BMW i8 und ermöglicht eine optimale Sicht nach vorn“, betonen die Münchner. Bei der ersten Sitzprobe wirkt das Display tatsächlich wie eine logische Ergänzung der Kommunikationsmöglichkeiten von Beifahrer – und Fahrer: Dank der Gestensteuerung sind die sechs Anzeigesegmente auch für den Mann oder die Frau hinter dem Steuer erreichbar. Mit diesem „AirTouch“ gehen die Münchner einen Schritt über die Gestensteuerung im neuen BMW 7er hinaus. Auch dort erkennt ein 3-D-Sensor einige definierte Handbewegungen im Bereich der Mittelkonsole.

Zeitvertreib beim hochautomatisierten Fahren

Viele visionäre Interieur-Studien verdrehen dem Fahrer heutzutage den Kopf. Dabei bildet die Ablenkung und potenzielle Reizüberflutung ein ständiges Sicherheitsrisiko. Schon 2006 haben die Autohersteller daher Regeln für die Benutzung von Anzeige- und Bediensystemen aufgestellt: Einzelne Eingaben sollen nicht länger als zwei Sekunden dauern, während die gesamte Aufgabe zum Beispiel bei der Adresseingabe in das Navigationssystem 20 Sekunden nicht überschreiten soll. Deshalb wird BMW den großen Sprung nach vorn erst wagen, wenn das Auto die Verantwortung für die Spurführung zumindest zeitweise übernehmen kann. Ab 2018 dürfen voraussichtlich Autopiloten auf den Car-Pool-Lanes der USA benutzt werden. Mit einem Lenkradschalter für das automatisierte Fahren zielt der BMW i Vision Future Interaction auf diesen Zeitraum: „Soll der Fahrer wieder das Kommando über das Fahrzeug übernehmen, gibt ihm das System einen entsprechenden Hinweis. Dabei agiert die Technik immer so vorausschauend, dass dem Fahrer mindestens fünf bis sieben Sekunden Zeit bleiben.“ Der Pilot bleibt also weiterhin in der Verantwortung. Bis zum vollautomatisierten Fahren wie in der „Vision Next 100“ wird noch einige Zeit vergehen.

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