Grafische Darstellung der digitalen Fertigung MO360 bei Daimler

Die Industrie investiert weltweit jährlich mehr als eine Billion Euro in digitale Transformationsprogramme, so der Digital Factory Transformation Survey 2022. (Bild: Mercedes-Benz)

Unterbrochene Lieferketten, große Nachfrageschwankungen und der akute Inflationsdruck zählen zu den Herausforderungen, denen sich Industrieunternehmen aktuell stellen müssen, heißt es bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC. Infolgedessen seien fast alle Unternehmen gezwungen gewesen, ihre Produktion flexibler zu gestalten und auf ein Wertschöpfungskettenmodell zu setzen, das Resilienz in den Fokus rücke. Dem von PwC zur Hannover Messe veröffentlichten Digital Factory Transformation Survey 2022 zufolge investiert die Industrie weltweit jährlich mehr als eine Billion Euro in digitale Transformationsprogramme.

Geändert habe sich die Schwerpunkte mit Blick auf die digitale Transformation. Viele befänden sich auch noch in einem sehr frühen Stadium der Implementierung digitaler Systeme und Technologien. Im Rahmen der Studie wurden weltweit 700 Unternehmen befragt, darunter 100 mit Hauptsitz in Deutschland. Mehr als die Hälfte (64 Prozent) sind der Untersuchung zufolge in dieser frühen Phase. Wo früher Kostensenkung und Effizienz im Vordergrund standen, rücken heute Flexibilität und Resilienz in den Vordergrund, heißt es mit Blick auf die Motivation der Unternehmen.

Etwa zehn Prozent profitieren bereits von der Digitalisierung

Aus der Studie geht hervor, dass die Corona-Krise das Thema Nachhaltigkeit bei den Unternehmen nicht verdrängt hat. Zu den eingesetzten digitalen Innovationen zählen laut der Untersuchung Drohnen, Wearables oder automatisierte Roboterfahrzeuge. Die Unternehmen setzen auf Backbone-IT-Systeme wie die weit verbreiteten Enterprise-Resource-Planning-Suiten (ERP) und Manufacturing Execution Systeme (MES), aber auch auf neue Innovationen wie Betriebsplattformen für Geräte und Sensoren, die über das Industrial Internet of Things (IIoT) vernetzt sind.

PwC zufolge können viele Unternehme trotz der neuen Technologien und der hohen Investitionen ihre Digitalisierungspläne nicht umsetzen. Mehr als 60 Prozent der Unternehmen befinden sich demnach noch in der Anfangsphase ihrer digitalen Transformation. Nur zehn Prozent profitieren laut Studie bereits von den hohen Erträgen, der Flexibilität und der Resilienz ihrer vollständig abgeschlossenen, digitalen Transformation oder sind zumindest kurz davor.

Immerhin: Die Unternehmen aus der PwC-Umfrage planen in den kommenden Jahren Investitionen in Höhe von 1,8 Prozent ihres Jahresnettoumsatzes – ein deutlicher Anstieg der Kapitalbindung im Vergleich zu früheren Studien. Den Ergebnissen der Studie zufolge ist die Wahrscheinlichkeit für höhere Erträge bei Unternehmen, die mehr als drei Prozent ihres jährlichen Nettoumsatzes in die digitale Transformation ihrer Fabriken investieren, 2,5-mal höher als bei Unternehmen, die weniger als zwei Prozent investieren.

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