Künstliche Intelligenz in der Fahrzeugtechnik

Nicht nur bei autonom fahrenden Autos, sondern auch in der Produktion schreiben sich Hersteller und Zulieferer das Thema KI auf die Fahnen. Bild: DFKI / IAV

Selbstlernende Roboter, der Google-Algorithmus, Voice-Assistenten wie Alexa und Co.: Künstliche Intelligenz ist eines der prägenden Themen unserer Zeit. Maschinen können eben längst nicht nur repetitive Vorgänge schneller als der Mensch ausführen. Mittels selbstlernender Algorithmen sind sie etwa in der Lage, Transportvorgänge selbstständig zu steuern und sich untereinander abzustimmen. Für eine Effizienzsteigerung in der Automobilproduktion sind solche Tools wie gemacht. Doch wie sehen die Maßnahmen von Vorzeigeunternehmen wie Audi und Porsche im KI-Bereich aus?

Mit FTS und Weiterbildungen setzt Audi Prioritäten

Audi hat sich das Thema KI sichtlich auf die Fahnen geschrieben. Dieses Engagement beschränkt sich beileibe nicht auf das vielbeschworene automatisierte und autonome Fahren. Dort sorgt Audi zwar mit Maßnahmen wie der „beyond Initiative“, die auf interdisziplinäre Fachdiskussionen zur (ethischen) Bedeutung der KI setzt, für mediale Aufmerksamkeit. Hinter den Kulissen sieht es jedoch nicht minder interessant aus: Zu den Meilensteinen auf dem Weg zur „Digital Car Company“ zählt dezidiert die Errichtung einer intelligenten und vollständig vernetzten Produktion.

Bereits jetzt setzen die Ingolstädter auf fahrerlose Transportsysteme (FTS), die von einem zentralen Rechner autonom gesteuert werden. Dieser verfügt über die Fähigkeit, den Bedarf der verschiedenen Montagestationen eigenständig zu erkennen. Dementsprechend ist die Anlieferung der Teile und Karosserien stets perfekt getimt. Im Einklang mit der modularen Montage zeigen sich Mensch und Maschine als perfektes Team. Die Initiative data.camp analysiert zudem sämtliche Geschäftsbereiche des Unternehmens, sodass sich bald alle Mitarbeiter in puncto künstliche Intelligenz und Big Data gezielt weiterbilden können.

Flexible Produktion und intensive Kooperation bei Porsche

Auch Konzernschwester Porsche hat die Zeichen der Zeit frühzeitig erkannt. Bei der Produktion des Elektroautos Mission E kommen fahrerlose Transportfahrtzeuge zum Einsatz, welche die einzelnen Stationen in festgelegter Reihenfolge abfahren. Bei dieser „Flexi-Line“ genannten Lösung wird das benötige Material genau dosiert und höchst effizient angeliefert. In Sachen KI-Forschung ist Porsche ebenfalls vorne dabei. Gemeinsam mit weiteren Unternehmen und den Universitäten Stuttgart und Tübingen haben die Stuttgarter das Projekt „Cyber Valley“ ins Leben gerufen. In Anlehnung an das Silicon Valley wird eifrig daran gearbeitet, KI-Grundlagenforschung nutzbar zu machen.

Daneben forscht das Unternehmen im „Porsche Digital Lab Berlin“ gemeinsam mit dem Start-up iNDTac im Bereich Predictive Maintenance. Hierbei geht es um die stetige Überwachung von Maschinen, um Ausfallzeiten in der Produktion zu minimieren. Jüngst stellte man ein System zur Erkennung von Unregelmäßigkeiten vor: Es registriert anhand der Vibrationen und Geräusche der Maschinen Abweichungen vom Normalfall und spürt so erste Anzeichen entstehender Probleme auf. Dies wird durch den Einsatz von künstlichen neuronalen Netzen ermöglicht. Sie nähern sich der neuronalen Plastizität des menschlichen Gehirns an. Bei entsprechendem Input ist die künstliche Intelligenz somit in der Lage, eigenständig dazuzulernen.

Ein Pflichttermin für alle, die sich für künstliche Intelligenz und die Zukunft der Produktion interessieren: Auf dem AUTOMOBIL PRODUKTION Kongress (18.-19.06.) versammeln sich Top-Experten beider Bereiche. Albrecht Reimold (Mitglied des Porsche-Vorstandes, Produktion und Logistik) und Peter Kössler (Verantwortlicher im Ressort Produktion und Logistik im Audi-Vorstand) berichten über die jeweilige Unternehmensausrichtung, Professor Sami Haddadin und Unternehmer Hans-Christian Boos bringen Sie auf den neuesten Stand in Sachen KI.

Erfahren Sie auf dem AUTOMOBIL PRODUKTION Kongress 2018, wie die autonome Produktion der Zukunft funktioniert!

  • Albrecht Reimold, Vorstand Produktion und Logistik der Porsche AG, spricht über „Die Zero-Impact-Factory“.
  • Peter Kössler, Audi-Vorstand für Produktion und Logistik, erklärt die Digitalisierung der Audi-Produktion.
  • Daimlers Produktionsvorstand Markus Schäfer hält eine Keynote zur flexiblen Produktion von E-Fahrzeugen.
  • Hans-Christian Boos, Gründer und CEO von Arago und einer der bekanntesten deutschen Experten für künstliche Intelligenz, wird den Abend mit seinem Vortrag "Wie ein Computer denken lernt: HIRO" bereichern.

Alle Infos und Anmeldung zum AUTOMOBIL PRODUKTION Kongress