Ilka Horstmeier, BMW

Ilka Horstmeier rät, die Mitarbeiter in den Transformationsprozess mitzunehmen. Bild: facesbyfrank / AUTOMOBIL PRODUKTION

„Ich erzähle ihnen nichts Neues: Die Welt wird immer volatiler.“ Und der Technologiewandel so die Managerin, beschäftigt alle. Hinzu kommen noch branchenfremde Wettbewerber: „Scheinbar ist die Eintrittsschwelle bei der Elektromobilität geringer.“ Auch auf die Zulieferer haben die derzeitigen Herausforderungen große Auswirkungen. „Darum müssen wir gemeinsam die Transformation managen.“ Dazu gehört auch die Verschiebung des Otto-/Dieselmix. Bei der BMW Group konstatierte man eine Verschiebung in den vergangenen beiden Jahren von knapp 7 Prozent. Doch wann, was und wie viel sich verschieben wird, dann keiner genau sagen. Darum ist das Managen der Transformation ein wesentlicher Erfolgsbestandteil der kommenden Jahre.

Bei BMW versuchte man das „vorher zu denken“. Beim Autobauer stellte man aus diesem Grund frühzeitig die Weichen, um die notwendige Flexibilität in die DNA des Produktionssystems zu implementieren. Es ist uns in enger Verzahnung gelungen unser Produktionsnetzwerk parallel mit der E-Mobilität zu ergänzen.  Dass liegt auch am frühen Einstieg des Premiumautobauers, beginnend mit dem i3, in die Elektromobilität. Der Lerneffekt ist wohl gewaltig: „Die Zusammenarbeit im Produktionsnetzwerk ist für uns eine wesentliche Befähigung, um langfristig erfolgreich zu sein. "

Produkt- und Prozessbaukasten sind eins

"Auf Basis eines hoch standardisierten Produktbaukastens haben wir einen Prozessbaukasten eingeklinkt. Damit sollen fünf Zieldimensionen erreicht werden: innovativ, adaptiv, reaktiv, kompetitiv, transformativ", so Horstmeier. Offensichtlich mit Erfolg: Heute ist man beim bayerischen Autobauer in der Lage einen Motorentyp innerhalb vier Wochen in einem anderen Werk zu produzieren. Bei aller Entwicklung legt Horstmeier Wert darauf, dass man bei BMW in allen Phasen der Transformation die Mitarbeiter mitnimmt. Darum löste man auch die Grenzen zwischen Elektro- und konventionellen Antrieben auf. Wir sollen nicht, dass sich zwei Welten bilden“, die einen, die zukunftsorientiert arbeiten und die anderen eben nicht.  Bei BMW redet man sehr offen mit den Menschen und nimmt so die Angst vor der Zukunft. Zulieferern rät Horstmeier dazu, das Thema Transformation aktiv und priorisiert anzugehen: „Sie sitzen auf dem Driver-Seat.“