Alexander Heimberger, Leiter Interieur der Zukunft Audi, beim Future Interior Summit

Alexander Heimberger, Leiter Interieur der Zukunft Audi, beim Future Interior Summit: Um das Interieur der Zukunft zu realisieren, bedarf es in der Entwicklung völlig neuer Vorgehensweisen. Audi bedient sich verstärkt virtueller Methoden. Bild: FACES by FRANK

Rund 200 Experten nationaler und internationaler Unternehmen haben sich zur Premiere des Future Interior Summit in der Motorworld Böblingen eingefunden. Im Mittelpunkt der zweitägigen Veranstaltung steht wie sich durch den Mobiloitätswandel der Innenraum verändert. Auf Lieferanten wie auf OEM-Seite steht die Erwartung, das durch Elektromobilität und die Entwicklung hin zum autonomen Fahren das Interior erheblich an Bedeutung gewinnen wird.

Allerdings, das machte Andreas Wlasak, Vice President Industrial Design bei Faurecia, deutlich, bedeute das die Lösung einer Vielzahl komplexer Themenstellungen. So müsse der Innenraum "beweglicher" und flexibler gestaltet werden, darf durch die zusätzlichen Funktionalitäten aber weder schwerer noch teurer werden. Um das zu beherrschen, müsse man ganz anders als in den über Jahrzehnte gelernten Prozesse arbeiten. Und in neuen Partnerschaften: "selbst ein Großer wie Faurecia" kann nicht alle Themen alleine lösen.  

Ähnlich die Argumentationslinie von Alexander Heimberger, Leiter Entwicklung Interieur der Zukunft bei Autobauer Audi. Für Heimberger ist angesichts der Aufgabenstellung klar: Um das Interieur der Zukunft zu realisieren, bedarf es in der Entwicklung völlig neuer Vorgehensweisen. Bislang werde noch zu stark in klassischen Strukturen entwickelt, mit der Folge, dass die Innenraumkomponenten zu einem relativ späten Zeitpunkt ins Fahrzeug integriert werden. Dadurch könne die künftig erwartete Flexibilität zur Erfüllung der Kundenbedürfnisse nicht gewährleistet werden.

Als Beispiel nannte Heimberger den Bereich Licht. Bislang sei so, dass Licht erst integriert werde, wenn die Hardware weitgehend fertig gestellt ist. Dadurch schränke man sich die Möglichkeiten selbst ein.

Um diesen Konflikt zu lösen arbeitet Audi verstärkt mit virtuellen Methoden. Dabei werde Interiorfunktionen, Oberflächen bis hin zu wechselnden Sitzposition bereits in sehr frühen Phasen simuliert und in die Entwicklung eingebracht.