Auto der Zukunft?

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Neben der Optimierung der individuellen Fahrzeugflotte haben einige Automobilbauer die Car- und Ridesharing-Branche für sich entdeckt, um dem Trend zu modernen Geschäftsmodellen für alternative Mobilitätslösungen gerecht zu werden.

Vernetzung erfordert Lösungen zur Datenspeicherung

Die zunehmende Vernetzung von Fahrzeugen hat unmittelbar einen erhöhten Bedarf an Speichersystemen zur Folge. Daten von Fahrassistenzsystemen, High-End-Navigationsgeräten und unterhaltungstechnischen Finessen müssen schließlich verarbeitet werden. Je smarter Autos werden, desto anspruchsvollere Lösungen zur Datenspeicherung sind gefordert. Experten schätzen, dass der Bedarf von derzeit rund 15 Gigabyte durchschnittlicher Speicherkapazität bis im Jahr 2025 auf rund 60 Gigabyte ansteigen dürfte. Künftige Standarddienste, die in den Autos von morgen selbstverständlich sein werden, wie beispielsweise Satellitenaufnahmen, webbasierte Serviceleistungen oder Spracherkennungssoftware tragen zum extremen Anstieg an Speicherbedarf bei. Die zuverlässigen und robusten NAND-Flashspeicher werden immer wichtiger. Schätzungen zufolge dürfte sich der NAND-Markt für die Automobilindustrie bis 2018 verdoppeln. Unternehmen, die dahingehend entwickeln, dürften im Sektor Automotive-Speicherlösungen künftig die Nase vorn haben.

Forschung als Antriebsfaktor

Ohne Forschung geht in der Automobilbranche generell längst nichts mehr. Um den hohen Erwartungen der Kundschaft gerecht zu werden, dürfen Innovationen keine Mangelware sein. Clevere Lösungen sind gefragt, um die aktuellen Probleme in den Griff zu bekommen. Im Sektor Forschung nehmen Zulieferer der Automobilindustrie eine ganz besondere Rolle ein. Die Investitionen in Forschungsarbeiten sind in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Die Engel Austria GmbH mit Sitz im österreichischen Schwertberg gilt als Weltmarktführer für Spritzgießmaschinen im Fahrzeugbau und ist mit Engel automotive seit Jahrzehnten Partner der internationalen Automobilindustrie. Eine der Großmaschinen des Unternehmens soll an der Universität Warwick in England im Automotive Composite Research Centre von WMG die Entwicklung modernster Technologie und Serienprozesse vorantreiben. Die Universität in Großbritannien ist Entwicklungspartner der Automobilindustrie und an diversen Innovationen beteiligt. Das österreichische Industriemagazin zitiert Professional Fellow im Automotive Composite Research Centre von WMG Professor Ken Kendall: „Die Engel v-duo können wir sowohl für die Verarbeitung von duroplastischen Pressmassen (Prepregs oder SMC) als auch für das Verpressen von thermoplastischen Faserverbunden und für HP-RTM-Prozesse einsetzen.“ Kendall betont die essentielle Bedeutung derartig präziser Maschinen für die Forschung.

Eine Spritzgießmaschine übernimmt auch in Chemnitz eine Schlüsselrolle bei der Automobilforschung. Im neuen Leichtbauzentrum der technischen Universität Chemnitz werden mit Hilfe der Spritzgießmaschine MXW 2500 der Münchner KraussMaffei Technologies GmbH die Bauteile der Autos von morgen hergestellt. Im Rahmen des Bundesexzellenzcluster Merge investierte das Land Sachsen hier, um die Entwicklung der Leichtbauweise zu fördern. Die Maschine ist in der Lage die Prototypherstellung seriennah sowie energieschonend zu machen und bietet der Forschungsabteilung hohe Flexibilität. Prototypen können mit ihr in Originalgröße produziert werden. „Das ist besonders wichtig für die Auftraggeber aus der Industrie, die im Maßstab 1:1 die Eigenschaften der Teile prüfen können“, bestätigt das Magazin der kunststoffverarbeitenden Industrie "Plastverarbeiter" online.

Wie der Präsident des Verbands der Automobilindustrie e.V. (VDA) Matthias Wissmann auf dem 16. VDA-Mittelstandstag erklärte, stemmen Zulieferer ein Drittel der Entwicklungs– und Forschungsarbeit für die Automobilindustrie in Deutschland. Eine beachtliche Zahl. Allein 2015 konnten Zulieferer aus Deutschland ihren Umsatz auf 75,8 Milliarden Euro ausbauen und somit um drei Prozent anheben.

 

E-Mobilität, electric drive
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Car- und Ridesharing auf dem Vormarsch

Die Carsharing-Zukunft hat das Interesse der Automobilbranche geweckt. Nachdem zunächst Volkswagen bekannt gab, in das israelische Start-up „Gett“ mehrere hundert Millionen US-Dollar zu investieren, zog Toyota nur wenige Stunden später nach und informierte die Presse darüber mit dem Unternehmen „Uber“ eine Partnerschaft einzugeben und zu investieren. Beim Start-up Gett handelt es sich um einen Dienstleister, der Kunden mit Taxifahrern zusammenbringt. Kunden können ihr Taxi entweder via Gett-Website oder dessen GPS-basierter Smartphone App anfordern. VW investierte, weil der Konzern neue Mobilitäts-Geschäftsmodelle insbesondere für Europa erarbeiten möchte. Uber wiederum ist ein auf Fahrdienstleistungen fokussierter Online-Vermittler. Toyota will gemeinsam mit Uber ein neues Leasing-Modell an den Markt bringen.

Daimler und BMW haben das Marktpotenzial früher erkannt und sich mit individuellen Lösungen bereits am Markt positioniert. „In vielen europäischen Städten kann man bei ihnen längst die Dienste DriveNow bzw. Car2Go nutzen, um sich einen Wagen quasi von der Straße weg zu mieten“, so der Hinweis zu Investment-News bei Trending Topics.

Der Grund für diese Investitionsbereitschaft liegt auf der Hand: Die bisherige Tatsache, dass ein eigenes Auto notwendig sei, wird von immer mehr Konsumenten in Frage gestellt. Die Nachfrage nach Car- und Ridesharing Modellen steigt und veranlasst immer mehr Autobauer dazu diesen Trend ernst zu nehmen.