Auto: Wann die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt 1

In Deutschland ist die Haftpflichtversicherung für ein Auto Pflicht. Ohne diese Versicherung darf kein Wagen für den Straßenverkehr zugelassen werden. Die Police schützt im Schadensfall Halter, Fahrer und Beifahrer vor gesetzlichen Ansprüchen Dritter. So steht es in jedem Vertrag geschrieben. Um den Schadenersatz zu erhalten, müssen Autobesitzer jedoch bestimmte Bedingungen einhalten.

Schaden schnell melden

Wer einen Unfall bzw. Schaden melden möchte, sollte sich so schnell wie möglich an den Versicherer wenden. Für eine schnelle Bearbeitung sind Fotos des beschädigten Autos hilfreich. Außerdem sollte die Schadensmeldung stets wahrheitsgemäß ausgefüllt werden. Ein Tipp: Schäden niemals reparieren lassen, wenn noch keine Rücksprache mit der gegnerischen Versicherung stattgefunden hat. Diese muss die Übernahme der Reparaturkosten erst bestätigen. Ein unabhängiger Sachverständiger wird erst nötig, wenn das Auto älter als fünf Jahre ist und der Schaden bei über 3.000 Euro liegt. Die Schadenhöhe ermittelt die eigene Werkstatt.

Im Normalfall sollte jede Haftpflichtversicherung vor Personen-, Vermögens- und Sachschäden schützen. In der Realität springt aber nicht jede Police im Schadensfall ein. Bei der Vertragsgestaltung nehmen sich viele Versicherer einen gewissen Spielraum. Eine seriöse Versicherung übernimmt die Kosten für die Reparatur sowie für eine ärztliche Behandlung, wenn der Versicherungsnehmer einen anderen Wagen die Vorfahrt genommen hat und sich dessen Fahrer beim Aufprall verletzt hat.

Damit auch Schäden in höheren Summen beglichen werden können, wird im vornherein eine Deckungssumme festgelegt. Das Gesetz schreibt eine Deckungssumme von 7,5 Millionen Euro für Personenschäden, 1,12 Million Euro für Sachschäden und 50.000 Euro für Vermögensschäden vor. Der Bund der Versicherten rät jedoch zu einer Deckungssumme von 100 Millionen Euro: “Möglicherweise muss verletzten Personen ein Leben lang Rente bezahlt werden. Das kann sehr teuer werden.”

Versicherung schützt nicht bei grober Fahrlässigkeit

Wer unverschuldet in einen Unfall verwickelt ist, hat das Recht, sein Fahrzeug in einer Werkstatt seiner Wahl reparieren zu lassen. Falls das Auto längere Zeit nicht genutzt werden kann, werden auch die Kosten für Mietwagen oder die Bahn erstattet. Es gibt allerdings auch Fälle, bei denen die Versicherer nicht zahlen: Wenn der Wagen nicht verwendet wird, wie es im Vertrag festgelegt wurde. Wenn eine nicht berechtigte Person das Auto steuert. Wenn der Fahrer keinen Führerschein hat oder alkoholisiert ist. Oder wenn das Fahrzeug Sicherheitsmängel aufweist.

Außerdem verlangt die Versicherungsgesellschaft eine Selbstbeteiligung, wenn der Autofahrer eine grobe Fahrlässigkeit begangen hat. Dazu zählt zum Beispiel, bei Rot über die Ampel zu fahren. Der Bund der Versicherten erklärt zudem, dass die Versicherung nicht immer für Unwetterschäden aufkomme. Sturm- und Hagelschäden am Auto sind nur mitversichert, wenn mindestens eine Teilkaskoversicherung abgeschlossen wurde.

Bild: line-of-sight-Fotolia.com