Wie viele Menschen mit gefälschten Bauteilen in Berührung kommen können, ist den meisten Verbrauchern und Betrieben nicht bewusst. Dabei kommen Kugellager sogar im Straßenverkehr in großen Mengen vor. Das Kraftfahrtbundesamt zählte bis zum 1. Januar 2015 rund 44 Millionen zugelassene Autos in Deutschland. In jedem davon sind Kugellager verbaut. Vom Getriebe über Elektromotoren bis hin zu Fahrrädern und Radlagern reicht das Spektrum der Einsatzmöglichkeiten. Kugellager sind so konzipiert, dass sie markanten Strapazen standhalten und Höchstleistungen erbringen können. Die Material- und Fertigungsstandards werden streng kontrolliert. Bei Fälschungen kommen

Wälzlager
(Bild: pixabay.com (OpenClipart-Vectors)

oft nicht nur minderwertige Rohstoffe zum Einsatz. Auch die Herstellungsbedingungen lassen zu wünschen übrig. Gefälschte Lager verfügen über eine wesentlich geringere Belastungsgrenze. Ein Materialfehler kann bei einem Lager in einem Pkw beispielsweise die Fahrtauglichkeit des Fahrzeugs deutlich herabsetzen. Beim Einsatz von Plagiaten in Großmaschinen der Industrie können die dadurch verursachten Unfälle gleichermaßen dramatische Folgen haben. Personen-, Sach- und Umweltschäden in Millionenhöhe sind denkbar.

Vor Plagiaten schützen

In der Automobilindustrie sind es die Zulieferer, die eine zentrale Rolle im Kampf gegen Plagiate einnehmen. Greifen Sie zu gefälschtem Material ist die ausgelöste Kettenreaktion, welche bis zum Endkunden reicht, nur noch bedingt aufzuhalten.

Leider sind Fälschungen von originalen Wälzlagern optisch nicht oder kaum zu unterscheiden. Eine wirkungsvolle Maßnahme, um sich dennoch vor gefälschten Wälzlagern zu schützen, besteht darin, diese entweder direkt vom Hersteller oder von autorisierten Vertragshändlern zu beziehen. Ein Anruf beim Produzent kann bei Unklarheiten helfen die exakte Herkunft der angebotenen Waren nachzuvollziehen. Schnäppchenpreise sollten bei sicherheitsrelevanten Bauteilen wie Wälzlagern niemals zum Kauf von Fälschungen verleiten, da das Risiko für Unfälle und existenzbedrohende wirtschaftliche Schäden stets im Preis inbegriffen ist. Mit dem Kauf von originalen Teilen kann das Risiko für

  • Regressansprüche,
  • Gewährleistungsansprüche,
  • Personen-,
  • Sach-,
  • Umwelt-
  • sowie Imageschäden minimiert werden.

Mit der konsequenten Vermeidung von Einkäufen bei Fälschern wird diesen die Einnahmequelle wirkungsvoll entzogen, wodurch das Interesse an der Herstellung langfristig schwindet. Ob dieses Ziel jedoch jemals erreicht werden kann, bleibt fraglich. Diverse Verbände setzen sich zwar für Aufklärungsarbeit ein und sind bestrebt über die Risiken von Fälschungen zu informieren, doch der Preiskampf am Markt ist für einige Betriebe offensichtlich Grund genug zur riskanten Billigware zu greifen.

Das folgende Video zur Sensibilisierungskampagne der World Bearing Association soll auf die Probleme mit gefälschten Lagern aufmerksam machen:

Klaus Mertens

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