Unfallursache ist meist menschliches Versagen

Zu den häufigsten Ursachen gehören laut Statistischem Bundesamt dabei Fehler der LKW-Fahrer beim Ein- und Anfahren, Abbiegen, Wenden und Rückwärtsfahren, gefolgt von Abstands- sowie Vorfahrtsfehlern. Nicht angepasste Geschwindigkeit ist in rund zehn Prozent der Fälle der Auslöser, aber das Fahren unter Alkoholeinfluss mit 1,5 Prozent eher selten.

Ein Bericht von Volvo Trucks zur Verkehrssicherheit ergab, dass neun von zehn Unfällen mit LKW-Beteiligung auf menschliches Versagen zurückzuführen sind. Die Unfälle, bei denen der Fahrer des Lastkraftwagens verletzt oder getötet wird, entstehen meist, ohne dass ein anderes Fahrzeug involviert ist. Dabei kommt der Fahrer zum Beispiel durch Übermüdung von der Fahrbahn ab und ist außerdem häufig nicht angeschnallt. Oft sind auch PKWs die Auslöser für Unfälle mit LKWs, indem sie auf die Gegenspur geraten und frontal in einen entgegenkommenden Truck fahren.

Wie schlimmere Folgen verhindert werden können

Beim Lenken eines Güterkraftfahrzeugs leisten eine angepasste Geschwindigkeit und der richtig bemessene Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug einen großen Beitrag zur Sicherheit im Straßenverkehr. Wie hoch die Aufprallkraft bei einem Unfall ist, hängt vor allem von der Gesamtmasse des Lkws und der Masse des Ladegutes ab. Auch durch schlecht gesicherte Ladungen können sich die Unfallfolgen wesentlich erhöhen.

Aus Kostengründen und um im europäischen Preiskampf konkurrieren zu können, schicken immer noch viele Speditionen ihre Fahrer unter Zeitdruck auf die Straße, Ruhezeiten werden nicht eingehalten und der LKW-Lenker sitzt übermüdet am Steuer. Hinzu kommt, dass die Fahrzeuge unzureichend gewartet werden und nicht mit den notwendigen Sicherheitssystemen ausgestattet sind. Überladung, schlechte Bremsen und abgefahrene Reifen werden bei Kontrollen der Autobahnpolizei häufig festgestellt oder sind sogar Unfallursache. Denn je schwerer die Zuladung ist, desto länger ist der Bremsweg. Zudem wirkt sich die Überladung negativ auf die Funktionsfähigkeit der Bremsen aus.

Viele Unfälle könnten mit einer entsprechenden technischen Ausstattung der LKWs verhindert werden – wie zum Beispiel durch einen Abstands- und Notbremsassistenten, der sich permanent dem vorausfahrenden Fahrzeug anpasst und damit die Gefahr von Auffahrunfällen minimiert. Dazu verhindern Anti-Blockier-Systeme bei starkem Bremsen ein Blockieren der Räder. Ein elektronisches Stabilitätsprogramm kontrolliert permanent die Fahrdynamik des LKWs und greift automatisch ein, sobald das Fahrzeug ins Schleudern kommt oder gar kippt. Hersteller wie MAN arbeiten ständig daran, die elektronischen Assistenzsysteme weiterzuentwickeln, die in alltäglichen und schwierigen Verkehrssituationen unterstützend eingreifen.

Sicherheit durch moderne Ausstattung und entsprechendes Fahrverhalten

Trotz Konkurrenzdruck lohnt es sich also für Speditionen, in die Sicherheitstechnik ihrer Güterkraftfahrzeuge zu investieren. LKWs mit moderner technischer Ausstattung kann man bei Internetportalen wie Truckscout kostengünstig gebraucht erwerben. Dadurch werden nicht nur die Straßen sicherer, sondern auch Ärger mit der Polizei oder dem TÜV sowie entsprechend teure Bußgelder werden vermieden.

Zusätzlich kann der Fahrer des LKWs einiges tun, um die eigene und die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Vor Fahrtbeginn sollte er sich vergewissern, dass die Ladung gleichmäßig verteilt und entsprechend gesichert ist. Der Sicherheitsgurt muss immer angelegt werden und die Kopfstütze so eingestellt sein, dass sie bei einem Aufprall ein Schleudertrauma verhindern kann. Die Höchstgeschwindigkeit darf nicht überschritten werden und sollte den Witterungsverhältnissen angepasst sein. Zudem sind regelmäßige Pausen wichtig, damit die Konzentration auf das Verkehrsgeschehen jederzeit konstant und hoch bleibt.

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