Nicht nur Neu- oder Gebrauchtwagen müssen seit 1997 das Kennzeichen mit dem blauen Eurofeld tragen, sondern auch Oldtimer. Ästhetische Einwände, das moderne Nummernschild passe nicht zum historischen, ehrwürdigen Fahrzeug, haben keine Chance. Erst kürzlich haben zwei Oldtimer-Besitzer geklagt, das Kennzeichen vor 1997 wieder verwenden zu dürfen. Die Stadt Paderborn hatte den beiden Klägern unabsichtlich zwei alte Kennzeichen zugeteilt – und zwar ohne das blaue Eurofeld am linken Rand. Die Autobesitzer freuten sich darüber, allerdings nur kurz: Die Stadt bemerkte den Fehler recht schnell und verlangte die schwarz-weißen Nummernschilder wieder zurück.

Dass die Stadt Paderborn die Kennzeichen wieder einkassiert hat, ist rechtens – so entschied es das Verwaltungsgericht Minden. “Das Aussehen der Kennzeichen im öffentlichen Straßenverkehr ist vielmehr einheitlich vorgeschrieben und Ausnahmen aus optischen Erwägungen sind dabei nicht vorgesehen”, erklärt Rechtsanwalt Jörg-Matthias Bauer. “Würden historische, längst nicht mehr gültige Kennzeichen vergeben, würde das nicht nur zu Beschaffungsproblemen bei den Behörden führen, sondern auch die Identifizierung des Fahrzeugs für andere Verkehrsteilnehmer oder die Polizei erschweren.”

Altes Kennzeichen austauschen

Fahrzeughaltern, die noch ein altes Kfz-Kennzeichen besitzen, wird geraten auf das neue umzurüsten. Die neuen Nummernschilder sind im Internet zum Beispiel unter www.kroschke.de zu kaufen. Wer mit dem alten H-Kennzeichen in eine Polizeikontrolle gerät, muss mit einer Strafe rechnen. Und die kann sehr hoch ausfallen, es können bis zu 500 Euro Bußgeld drohen.

Die Strafe kann sich jeder Autobesitzer wirklich sparen. Heutzutage ist es dank des Internets relativ unkompliziert, sich ein neues Wunschkennzeichen anfertigen zu lassen. Selbst die Behördengänge werden von sogenannten Kfz-Zulassungsdiensten übernommen. Mit einer Vollmacht ist es erlaubt, dass jemand Drittes den eigenen Wagen zulässt.

Ein kleiner Trost übrigens für die Oldtimer-Besitzer: Diesen droht keine Strafe und sie müssen auch die Kosten für die Umrüstung der Schilder nicht selbst tragen. Schließlich war die Stadt Schuld an der Verwechslung.

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