Osram

Wegen des Kursverfalls der AMS-Aktie in dem seit Wochen anhaltenden Corona-Crash waren zuletzt starke Zweifel am Erfolg der Kapitalerhöhung und damit der Übernahme von Osram aufgekommen. Bild: Osram

| von Roswitha Maier

Seit dem Start der 1,65 Milliarden Euro schweren Kapitalerhöhung zur Finanzierung der Übernahme am 13. März haben sich viele große Anteilseigner positiv zu Wort gemeldet und angekündigt, die neuen Aktien zeichnen zu wollen, teilte das Unternehmen mit. AMS geht weiter davon aus, die Osram-Übernahme im zweiten Quartal abschließen zu können, sofern alle Genehmigungen seitens der Behörden vorliegen.

Wegen des Kursverfalls der AMS-Aktie in dem seit Wochen anhaltenden Corona-Crash waren zuletzt starke Zweifel am Erfolg der Kapitalerhöhung und damit der Übernahme aufgekommen. Die Kapitalerhöhung ist zwar grundsätzlich durch die Investmentbanken abgesichert, bei extremen Marktverwerfungen haben sie aber unter bestimmten Umständen Rückzugsoptionen.

AMS will Osram für insgesamt 4,6 Milliarden Euro übernehmen. Die Osram-Aktionäre, die ihre Anteile angeboten haben, sollen dabei 41 Euro je Anteil erhalten. Die stark verschuldete AMS ist deutlich kleiner als Osram und will die Übernahme auf Pump finanzieren. Zum Stemmen des Kaufpreises soll auch die kürzlich auf einer außerordentlichen Hauptversammlung beschlossene Kapitalerhöhung beitragen. Angesichts des Kursverfalls der AMS-Papiere im Zuge der Corona-Krise waren am Markt zuletzt erhebliche Zweifel aufgekommen, ob die Anteilseigner die Aktien überhaupt noch zeichnen wollen.


Den im Raum stehenden Befürchtungen, dass die Osram-Übernahme nun doch noch scheitern könnte, trat AMS-Chef Alexander Everke vehement entgegen. Er verwies in der Mitteilung vielmehr darauf, dass AMS "überzeugter denn je" von der strategischen Logik und dem wertschöpfenden Potenzial des Zusammenschlusses sei. Diese Logik sei von den momentanen Turbulenzen am Kapitalmarkt infolge der Corona-Krise nicht berührt, hieß es. Zudem werde die Zusammenführung beider Unternehmen bereits vorbereitet.

AMS hatte Ende 2019 nach einer monatelangen Übernahmeschlacht mit US-Finanzinvestoren die zuvor gesenkte Mindestannahmeschwelle von 55 Prozent im zweiten Anlauf überschritten. Die Österreicher wollen einen europäischen Weltmarktführer für Sensoriklösungen und Photonik schmieden und mit Osram zudem einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag schließen.

Infolge des Coronavirus hatte Osram vor wenigen Tagen die Prognose für das laufende Geschäftsjahr zurückgezogen und gewarnt, dass es seine Ziele voraussichtlich nicht erreichen werde. Eine neue Prognose wurde nicht gegeben.

Stattdessen plant Osram als Reaktion auf die Krise jetzt ein weiteres umfangreiches Sparpaket, zudem zieht das Unternehmen Kurzarbeit an besonders betroffenen Standorten und die vorübergehende Schließung von Produktionsstätten in Betracht. AMS dagegen bestätigte jüngst seine Prognose für das laufende erste Quartal. Der Ausbruch des Coronavirus führe zu keiner Änderung der Erwartungen, hatte das Unternehmen erklärt.