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Kukas Weg aus der Krise: Ein Sofortprogramm umfasst Kosteneinsparungen inklusive Personalmaßnahmen, eine engere Zusammenarbeit mit dem chinesischen Eigner Midea, zielgerichtetere Investitionen und Änderungen in der Organisationsstruktur. Bild: Kuka und Wölz

Die Krise der Automobilindustrie macht auch vor dem im Besitz chinesischer Investoren befindlichen Augsburger Roboterhersteller Kuka nicht halt. Das Unternehmen korrigierte am späten Donnerstagabend (10. Januar 2019) seine Prognose für das abgelaufene Jahr erneut.

Nun rechnet Kuka beim Umsatz nur noch mit rund 3,2 Milliarden Euro. Die Ebit-Marge (Gewinn vor Zinsen, Steuern, Kaufpreisallokationen, Wachstumsinvestitionen und vor Reorganisationsaufwand) soll bei rund 3,0 % liegen. Zuvor hatte das Unternehmen 3,3 Mrd Euro und 4,5 % angepeilt. Die vollständigen Zahlen für 2018 und einen Ausblick auf das gerade angelaufene Jahr will Kuka am 28. März 2019 veröffentlichen.Anleger zeigten sich entsetzt. Der Kurs der Kuka-Aktie rauschte in einer ersten Reaktion auf der Handelsplattform Tradegate um 10 % in die Tiefe.

Kuka machte im "Wesentlichen die verstärkt spürbare Abkühlung der Konjunktur in der Automobil- und Elektronikindustrie im vierten Quartal 2018, die anhaltenden Unwägbarkeiten des chinesischen Automatisierungsmarktes sowie negative Einflüsse aus dem Projektgeschäft" für die Prognosesenkung verantwortlich.

Mit Kosteneinsparungen und Personalmaßnahmen aus der Krise

Angesichts des enttäuschenden Verlaufs 2018 streicht das Unternehmen auch die Ziele für 2020. Ursprünglich hätte der Umsatz dann bei 4 bis 4,5 Mrd Euro und die Ebit-Marge bei mehr als 7,5 % liegen sollen. Um gegenzusteuern, hat der Kuka-Vorstand ein Sofortprogramm verabschiedet. Dieses umfasst Kosteneinsparungen inklusive Personalmaßnahmen, eine engere Zusammenarbeit mit dem chinesischen Eigner Midea, zielgerichtetere Investitionen und Änderungen in der Organisationsstruktur.

Die Automobilindustrie sorgt seit einiger Zeit immer wieder für negative Schlagzeilen. Erst am Morgen war ein Interview der Augsburger Allgemeine mit Osram-Chef Olaf Berlien veröffentlicht worden, in dem dieser die rückläufige Auto-Konjunktur als seine größte Sorge bezeichnet hatte. Zudem veröffentlichte der VW-Konzern eine wegen eines schwachen Jahresabschlusses nur durchwachsene Verkaufsbilanz 2018. Der US-Konkurrent Ford kündigte zudem wegen schlechter Geschäfte den Abbau Tausender Jobs an.