AUNDE, Weberei

Textilproduktion: Weberei. Bild: AUNDE

Dass Nachhaltigkeit nicht nur ökologischen Nutzen, sondern auch Reputation bedeuten kann, beweist die Auszeichnung vom Premiumautomobilhersteller BMW. Die Münchner adelten die global agierende AUNDE Group mit Zentrale in Mönchengladbach dafür, dass sie im Rahmen ihrer Innovationsprojekte ein Verfahren entwickelte, welches es ermöglicht, aus gebrauchten Plastikflaschen ein hochwertiges Auto-Textil in Serie herzustellen.

BMW lobt die Idee in der Laudatio: "Aus 100 Prozent PET-Recyclat wird in einem speziellen Verfahren ein hochwertiger Bezugsstoff hergestellt, der beim Thema Recycling ein bisher nicht da gewesenes Niveau erreicht." Das kommt einem Ritterschlag gleich, weiß man doch, dass sich die Münchner Oberklassehersteller Nachhaltigkeit als tragende Säule der eigenen Unternehmensphilosophie auf die Fahnen geschrieben haben. Die Anerkennung ist für den Zulieferer Ansporn, sich den Herausforderungen mit noch mehr Verve zu widmen.

Anspruch an Sitze: antibakteriell

Wie die aussehen, definiert Rolf Königs, Chairman & CEO der AUNDE Group: "Die Eigenschaften, die Bezüge aufweisen müssen, sind: easy to clean, antibakteriell, leicht und robust. Doch auch in Richtung "Smart Textiles", die beispielsweise Sensoren noch intelligenter einbinden, werden wir künftig entwickeln."  AUNDE geht oft unkonventionelle Wege. Ein Beispiel ist die Unternehmensstruktur: "Bei AUNDE sind unter anderem Entwicklung und Vertrieb in einer Abteilung zusammengefasst", erklärt Königs – näher am Kunden geht nicht.

Darum kennt man als Entwickler und Produzent von Garnen, Technischen Textilien, Sitzbezügen aus Textil und Leder sowie kompletten Sitzen genau die Eigenschaften, die ein Fahrzeugsitz aufweisen muss: "Ein Sitz muss leicht, sicher, individuell einstellbar sein", sagt Peter Bolten, Leiter Vertrieb und Entwicklung.

Gute physiologische Eigenschaften sind für Bolten selbstverständliche Eigenschaften. "Der Sitz soll ein "Fahrer-Erlebnisplatz" sein und dem Fahrer "Wertigkeit" vermitteln", zählt Bolten auf. Auch das Design ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Das bedeutet, dass ein Zulieferer einen Riecher für Trends haben muss, beispielsweise welche Farbgebung im Innenraum der kommenden Modell-Generation gefragt ist. Hier ist AUNDE sicher, dass helle Farben einen größeren Anteil bekommen werden.

Neben diesen künftigen Aufgabenstellungen glaubt Königs, dass der Innovationsdruck steigt. Das zunehmende Entwicklungstempo ist für ihn zum einen der Tatsache geschuldet, dass die Kundenerwartungen steigen. "Zum einen legt der Autokäufer mehr Wert auf Individualität, hochwertige Materialen wie TexGreen (aus nachwachsenden Rohstoffen) und TexBlue (sortenreine Materialien), sowie auch auf eine Wohlfühlatmosphäre“, sagt der Experte. „Zum anderen ist die Verfügbarkeit und Nutzung neuer Technologien wie neue Bedienkonzepte, Gestensteuerung oder aber die Integration eines Smartphones einer der Entwicklungsschwerpunkte."

Ein weiteres Innovationsthema ist  der Leichtbau, der sich im Portfolio vom Garn bis hin zum kompletten Sitz widerspiegelt. Dass abgespeckt wird, ist auch durch Entwicklung neuer Materialien möglich – im Bereich technischer Garne zum Beispiel Bi-Komponenten-Garne.

Viel zu tun also. Doch das gelingt durch gezielte Investition in die Forschung und Entwicklung (FuE): "Im FuE-Bereich wird man sich bei AUNDE auf die Themen Innovationen und Technologie, Design und Styling sowie auf die Mitarbeiter-Entwicklung konzentrieren", gibt Entwicklungschef Bolten die Marschrichtung vor.
Das macht Sinn. Aber auch die fortschreitende Internationalisierung.