Mitec-Stammwerk in Eisenach

Mitec-Stammwerk in Eisenach: Nachdem ein Gericht zuletzt Schadenersatzforderungen des Zulieferers an Ford abgelehnt hatte, hat das Unternehmen nun einen Insolvenzantrag gestellt. Bild: Mitec

| von Andreas Karius

Auch das Amtsgericht Meiningen bestätigte, dass ein Antrag der Mitec Automotive AG am Donnerstag (29. November) eingegangen sei. Noch müsse dieser aber geprüft werden. Schon seit Längerem machten dem Unternehmen mit Sitz in Eisenach sinkende Absatzzahlen bei allen Hauptkunden zu schaffen, sagte eine Mitec-Sprecherin am Donnerstag. Dass am vergangenen Donnerstag das Landgericht Meiningen eine seit Jahren im Raum stehende Schadenersatzforderung der Mitec gegenüber dem Ford <US3453708600>-Konzern verneinte, war nach Angaben der Sprecherin der letzte Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht habe. Das Unternehmen hatte bereits Berufung gegen das Urteil angekündigt.

Mitec wirft dem US-Autobauer Ford vor, Zeichnungen und Daten zu einem Mitec-Teil an einen Konkurrenten weitergeben zu haben und forderte deshalb zuletzt eigenen Aussagen zufolge einen Eurobetrag in dreistelliger Millionenhöhe als Schadenersatz.

Der Betrieb solle im Insolvenzverfahren weiter laufen. Auch Löhne und Gehälter seien durch das Insolvenzgeld gesichert, hieß es in einer Mitteilung der Mitec. Ein Stellenabbau sei letztlich aber nicht zu vermeiden, sagte die Sprecherin. Wie viele Arbeitsplätze betroffen sein werden, konnte sie noch nicht sagen. Mit dem Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung soll die Sanierung des Unternehmens weitergehen und möglichst viele Arbeitsplätze erhalten werden.

Schon zu Jahresbeginn hatte der Hersteller von Autoantriebsteilen angekündigt, 160 Mitarbeitern betriebsbedingt zu kündigen, um auf die erwarteten Veränderungen durch einen steigenden Anteil von E-Fahrzeugen zu reagieren.

Mitec beschäftigt insgesamt etwa 1000 Mitarbeiter in Deutschland, China und den USA, davon gehören etwa 650 zu der Belegschaft in Eisenach und Umgebung.

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