| von Nico Schröder
VDA, Bernd Gottschalk
Beurteilt exklusiv für AUTOMOBIL PRODUKTION die Lage führender Zulieferer: Professor Dr. Bernd Gottschalk, Geschäftsführer AutoValue und ehemals VDA-Präsident. Bild: VDA

Es ist ein atemberaubender Weg von der "Klaren Linse" in der Oldtimerlampe bis zur heutigen 3D-Applikation in der LED-Technologie. Da braucht es schon das gebündelte Wissen von Carello, Magneti Marelli und Bosch in der heutigen Automotive Lighting, um diese Innovationssprünge zu beherrschen. Nummer zwei in der Welt bei Scheinwerfern vor Valeo/Ishiko und Hella und Vize-Weltmeister auch bei Rückleuchten vor Valeo/Ishiko und Stanley wird man nur als leistungsfähiger Systemlieferant und wenn man diese Komplexität beherrscht. Die Zwei-Milliarden-Umsatzmarke ist fest in Planung. Welcher Mittelständler könnte das noch? Das Kundenportfolio liest sich wie ein Who is Who. Allerdings ist AL mit seinen rund 28 Prozent Marktanteil bei Fiat, PSA und Renault zusammen bei Scheinwerfern und rund 40 Prozent bei Rückleuchten auch empfindlich getroffen, wenn deren OEM-Märkte in "Lateineuropa" wie derzeit wegbrechen. Da ist Flexibilität gefordert. Sorgen muss sich der Zulieferer (wie andere auch) um den langfristigen Bedarf an Ingenieuren machen. Der Entwicklungsaufwand explodiert. Brauchte Halogen noch 10 000 Entwicklungsstunden, ist das voll adaptive LED nicht unter 70 000 Stunden serienreif zu entwickeln. Der harte Wettbewerb und die Globalität stellen zusätzliche Anforderungen. Da wird Finanzierung schnell mal zum Problem, denn die Mutter Magneti Marelli hat noch andere schöne Töchter auszustatten. Um so mehr muss man Respekt zollen, dass es seit dem Glühfaden bei AL nie Stillstand gegeben hat.

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