Peguform

Der deutsche Autozulieferer Peguform wechselt in indische Hände. - Bild: Peguform

Der südbadische Automobilzulieferer Peguform hat einen neuen Mehrheitseigentümer. Der indische Autoteilezulieferer Motherson Sumi Systems habe 80 Prozent an Peguform übernommen, teilte das Unternehmen mit Sitz in Bötzingen (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) am Mittwoch mit. Die restlichen 20 Prozent bleiben in den Händen des österreichischen Finanzinvestors Cross Industries, der Peguform im Mai 2009 komplett übernommen hatte. Zuletzt war das Unternehmen mehrmals in den Händen von Finanzinvestoren, 2002 gab es auch eine Insolvenz. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Peguform wurde 1956 gegründet. Der Automobilzulieferer ist nach eigenen Angaben einer der größten Hersteller großflächiger Kunststoffteile für die Autoindustrie in Europa. Er produziert zum Beispiel Stoßfängersysteme, Auto-Cockpits und Innenverkleidungen. Peguform hat weltweit rund 8000 Beschäftigte und erwirtschaftet jährlich einen Umsatz von rund 1,5 Milliarden Euro. Sitz des Unternehmens ist Bötzingen. Zusätzlich gibt es neun Werke in Deutschland sowie mehrere Produktionsstätten im Ausland.

“Es ist uns gelungen, für die Peguform einen strategisch ausgerichteten Mehrheitseigentümer zu gewinnen, der das Wachstum unseres Unternehmens, vor allem in den internationalen neuen Märkten, zusätzlich beschleunigen und so den eingeschlagenen Erfolgskurs der Peguform vorantreiben wird”, sagte der Vorstandsvorsitzender Klaus Rinnerberger. Gesamtbetriebsratschef Gerhard Amann erklärte, es gebe eine Unruhe in der Belegschaft, “wie bei jedem Verkauf”. Es sei jedoch zu früh für Aussagen über die weitere Entwicklung des Unternehmens.

Die deutschen Peguform-Standorte sind Bötzingen und Offenau (Baden-Württemberg), Göttingen, Oldenburg, Gifhorn, Emden und (Niedersachsen), Hengersberg, Ingolstadt und Neustadt an der Donau (Bayern) sowie Meerane (Sachsen).

Der neue Mehrheitseigentümer Motherson Sumi stellt Rückspiegel und andere Plastikteile für Autos her. Auch Peguform hat sich auf Kunststoffteile spezialisiert, etwa Stoßfängersysteme, Kunststoffteile für das Fahrzeugexterieur, Cockpits, Instrumententafeln und Innenverkleidungen.

Peguform hat mit dem Verkauf innerhalb weniger Jahre den vierten Besitzer. Nach dem Verkauf durch den Finanzinvestor Cerberus an den österreichischen Autozulieferer Polytec im Jahr 2008 geriet dieser in wirtschaftliche Schwierigkeiten und musste Peguform in einem Notverkauf an Cross abgeben. Nun lenkt also ein indischer Konzern die Geschicke des deutschen Unternehmens.

Dow Jones Newswires/Guido Kruschke