Bosch-Chef Volkmar Denner
| von Roswitha Maier

"Wir müssen deshalb alle Anstrengungen unternehmen, um das zu vermeiden." 2019 war der Gewinn bereits um 45 Prozent auf drei Milliarden Euro zurückgegangen. Ein Grund für den möglichen Verlust im laufenden Jahr ist laut Denner der Markteinbruch im Autogeschäft.

"2017 wurden 98 Millionen Fahrzeuge, also Pkws und Lkws, weltweit verkauft. In diesem Jahr werden es maximal 70 Millionen sein", sagte Denner. Das bedeute, dass es weltweit derzeit 30 Prozent Überkapazität gebe. "Das führt in der gesamten Branche zu einem hohen Anpassungsbedarf, und dem können auch wir uns nicht entziehen."

Die Strukturen und Kapazitäten müsse der Konzern an den deutlich reduzierten Bedarf anpassen. "Denn so einen Rückgang kann auch ein Innovationsführer wie Bosch nicht kompensieren. Auch eine Anpassung der Personalkapazität werden wir nicht vermeiden können. Wir schauen uns jeden Standort einzeln an und ermitteln den Anpassungsbedarfs", sagte Denner. Aktuell verhandele Bosch mit den Sozialpartnern.

In den Jahren 2021 und 2022 rechnet Denner mit einem wachsenden Markt. "Aber selbst das Jahr 2023 wird voraussichtlich unter 90 Millionen Fahrzeugen bleiben, also immer noch ein Minus um zehn Prozent gegenüber 2017", sagte Denner. Dabei handele es sich um das positivste Szenario, das Bosch errechnet habe. Andere Szenarien gingen von einer langsameren Erholung aus.