VDA, Bernd Gottschalk
Beurteilt exklusiv für AUTOMOBIL PRODUKTION die Lage führender Zulieferer: Professor Dr. Bernd Gottschalk, Geschäftsführer AutoValue und ehemals VDA-Präsident. Bild: VDA

Eigentlich müsste die Brose Gruppe heute Stoschek GmbH heißen. Nicht, dass die Gründerphase 1908 durch Max Brose oder 1919 die Gründung der Metallwerke Max Brose mit Ernst Jähling kleingeredet werden oder aus den Annalen verschwinden soll, aber "Brose" war seit 1971 faktisch "Stoschek" und ist es bis heute, auch wenn die operative Führung 2005 auf den CEO Jürgen Otto überging.

Michael Stoschek hat schließlich 34 Jahre den Vorsitz inne gehabt und niemand sollte annehmen, dass er nicht auch als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung heute genauso die Zügel fest in der Hand hat. Ausnahme, wenn er wieder einmal Rallye fährt. Er realisiert das, was viele Familiengesellschaften idealerweise anstreben, aber selten erfolgreich umsetzen: Kontinuität im Familiensinne zu praktizieren, ohne dass die Familie selbst auf der Kommandobrücke steht – und das in Einklang mit dem Kapitän als CEO, der genügend Navigationsfreiheit braucht, um erfolgreich zu sein.
Michael Stoschek hat die Globalisierung eingeleitet und vorangetrieben, er hat Brose vom nationalen Hersteller zum Weltmarktführer entwickelt und den Weg des Unternehmens von der Mechanik zu mechatronischen Systemen geebnet. Das ist Fakt!

Die Ziele für die Zukunft sind ebenfalls klar vorgegeben: über fünf Milliarden Euro Umsatz stehen in der 3-Jahresplanung, vier bis fünf Prozent Zuwachs auf über 4,6 Milliarden Euro werden 2013 angesteuert, eine Milliarde Euro wird in die Weiterentwicklung des Unternehmens investiert.

Dass auch Coburg, Bamberg sowie auch Würzburg am Ausbau erheblich partizipieren, trägt wiederum Stoscheks Handschrift, als ob bewiesen werden soll, dass es auch deutsche Standorte gibt und nicht nur Rumänien oder China, an denen man erfolgreich sein kann.

"Erhalt der Selbständigkeit" ist das Schlüsselwort, dem letztlich alles, vor allem das Ertragsziel, zugeordnet wird. Genau das macht es aus, was Brose – wie viele andere klassische Familienunternehmen auch – antreibt und die Eigentümer umtreibt. Deshalb sind sie nicht immer bequem, schon gar nicht "mainstream", aber eben konsequent, zielstrebig und meist auch fordernd gegenüber sich selbst und anderen.

Ein Geschäftsmodell also? Das nicht, aber ein Beispiel dafür, warum Familienunternehmen anders ticken und eine Demonstration dessen, wie wichtig klassische Familienunternehmen für eine stabile Wirtschaft sind. Auch wenn die Brose-Gruppe weiter Brose Fahrzeugteile GmbH & Co. KG und nicht Stoschek GmbH heißt.

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