Brose Coburg

Der Wandel der Automobilindustrie, ein rückläufiger Markt insbesondere in China, globaler Preisdruck, aber auch interne Ursachen beeinträchtigen die Geschäftsentwicklung der Brose Gruppe. Bild: Brose

Auch der Zulieferer Brose reagiert auf die derzeitige Krise der Branche. Dazu hat das Unternehmen das Erneuerungsprogramm Future Brose aufgesetzt. Damit sollen Einsparungen von mehreren Hundert Millionen Euro erreicht werden, um den finanziellen Spielraum für Investitionen in die Erneuerung und das Wachstum zu schaffen und so auch künftig attraktive Arbeitsplätze anbieten zu können, hört man vom Zulieferer. Der Wandel der Automobilindustrie, ein rückläufiger Markt insbesondere in China, globaler Preisdruck, aber auch interne Ursachen würden die Geschäftsentwicklung der Brose Gruppe beeinträchtigen, heißt es weiter. Kurt Sauernheimer, Vorsitzender der Geschäftsführung, sieht die Verantwortung für die Entwicklung auch im eigenen Haus: „Wir werden entschlossen handeln. Wir wollen die Qualität verbessern, zukunftsweisende Produktinnovationen entwickeln und Kosten im mittleren dreistelligen Millionenbereich senken, um unsere Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Denn nur so können wir Aufträge erhalten, Wachstum erzielen und unsere Mitarbeiter weiter beschäftigen.“

Wie Sauernheimer erklärt, zwinge der globale Wettbewerb Brose auch zur Verlagerung von Arbeit in Niedriglohnländer. Wie aus einer aktuellen Pressinformation Broses hervorgeht, plant man bis Ende des Jahres 2022 die Anzahl der aktuellen Arbeitsplätze in Deutschland um rund 2.000 zu reduzieren, mehrheitlich in den Zentral- und Geschäftsbereichen. Im Wesentlichen seien die Standorte Bamberg, Hallstadt, Coburg und Würzburg betroffen, heißt es. Brose werde die Fertigung von Schließsystemen von Wuppertal, wo derzeit rund 200 Mitarbeiter beschäftigt sind, verlagern. In den Werken Coburg, Würzburg, Hallstadt und Berlin sollen insgesamt circa 600 Arbeitsplätze entfallen. Weiter heißt es, man sei entschlossen, in Zusammenarbeit mit den Mitarbeitervertretungen betriebsbedingte Kündigungen weitgehend zu vermeiden. Das Thema Ausbildung bleibe ein wichtiger Bestandteil der Personalarbeit des Familienunternehmens. Die Anzahl der Auszubildenden werde jedoch ab dem kommenden Jahr um zehn Prozent reduziert.

Zur Stärkung des Unternehmertums sollen laut Sauernheimer bürokratische Abläufe vereinfacht und hierarchische Ebenen abgebaut werden. Demgegenüber stehen die Qualifizierung und Umschulung von Mitarbeitern im Hinblick auf die Digitalisierung in Entwicklung, Verwaltung und Produktion. Dafür sucht der Automobilzulieferer verstärkt Software- und IT-Spezialisten. Bereits anlässlich des 100-jährigen Standortjubiläums in Coburg appellierte der Vorsitzende der Gesellschafterversammlung, Michael Stoschek, an seine Mitarbeiter: „Wir wollen wieder an die Eigenschaften eines Familienunternehmens anknüpfen, die uns in der Vergangenheit ausgezeichnet haben und die der Grund unseres außerordentlichen Erfolgs gewesen sind. Dazu haben wir das größte Erneuerungsprogramm in der Unternehmensgeschichte angestoßen.“ Ulrich Schrickel, Geschäftsführer Tür, leitet das Programm Future Brose. „Die aktuelle Lage ist nicht einfach, wir blicken jedoch optimistisch in die Zukunft. Mit dem Programm stärken wir unsere Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig und werden mit intelligenten, vernetzten Produkten neue Komforterlebnisse für unsere Kunden schaffen“, sagt Schrickel.