Infineon

In der Automotive-Sparte), die fast die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmacht, verzeichnete Infineon mit einem Zuwachs von 6 Prozent zum Vorjahr das größte Wachstum.

| von Roswitha Maier

Obwohl die Flaute an den Automärkten und das schwächere Wachstum in China auch an dem Konzern aus Neubiberg bei München nicht spurlos vorbeigehen, zeigte sich Vorstandschef Reinhard Ploss zufrieden. Die Nachfrage sei insgesamt solide gewesen. Er verwies allerdings auch darauf, dass größere Wachstumsimpulse von April bis Juni ausgeblieben seien.

Ungeachtet dessen bestätigte der Manager die im März gekappte Prognose für das laufende Geschäftsjahr 2018/2019 (per Ende September). Demnach rechnet Infineon mit einem Gesamtumsatz von 8 Milliarden Euro und einer operativen Marge (Segmentergebnis-Marge) von 16 Prozent. "Die strukturellen Treiber in unseren Zukunftsmärkten sind intakt und die langfristige Wachstumsperspektive von Infineon ist weiterhin gut", befand der Unternehmenschef. Infineon plant deshalb weiterhin Investitionen in Höhe von 1,5 Milliarden Euro, unter anderem für den Ausbau der Fertigungskapazitäten.

In der Automotive-Sparte, die fast die Hälfte des Gesamtumsatzes ausmacht, verzeichnete Infineon mit einem Zuwachs von 6 Prozent zum Vorjahr das größte Wachstum. Der Umsatz kletterte auf 888 Millionen Euro. Allerdings fiel die Steigerung zum Vorquartal mit nur einem Prozent gering aus. In Autos werden immer mehr Halbleiter und Sensoren verbaut, unter anderem für Fahrerassistenzsysteme. Davon profitiert auch Infineon weiterhin.

 

Damit Infineon perspektivisch wieder zum dauerhaften hohen Wachstum der Vergangenheit zurückkehren kann, peilt der Chiphersteller wie bereits bekannt die Übernahme des US-Konkurrenten Cypress Semiconductor an. Mit einem Kaufpreis von 9 Milliarden Dollar wäre es der größte Zukauf der Unternehmensgeschichte. Infineon stoße damit in eine neue Dimension vor, befand Ploss.

Zur Finanzierung der Übernahme hatte sich Infineon im Juni einen Teil des Geldes über eine Kapitalerhöhung besorgt, durch die der Konzern rund 1,5 Milliarden Euro einnahm. Bis Anfang 2020 soll der Zukauf abgeschlossen sein. Voraussetzung ist jedoch die noch fehlende Zustimmung der Cypress-Aktionäre sowie der Wettbewerbsbehörden.