Continental-Hauptgebäude

Nach guten Ausblick zweiten Quartal wird der Automobilizulieferer für das Gesamtjahr optimistischer und erhöht den Ausblick. Bild: Continental

Die Reifensparte des Autozulieferers sorgte im ersten Halbjahr für mehr als jeden zweiten Euro vom Betriebsgewinn, wie aus der am Mittwoch (3. August) vorgestellten Zwischenbilanz hervorgeht. Im zweiten Quartal legten dabei sowohl die Gewinnkraft der Reifen als auch deren Anteil am gesamten Betriebsgewinn des Konzerns noch einmal leicht zu. Und: Steigende Pkw-Neuzulassungen und konstant geringe Rohstoffpreise etwa für Kautschuk sorgen weiter für Tempo; Conti hebt die Prognose.

Der Dax-Konzern aus Hannover müht sich seit Jahren, die Abhängigkeit vom Geschäft mit den Autobauern zu mildern; etwa über den Ausbau der Industriesparte. Dennoch: Das Gummi bestimmt das Wohl und Wehe.

Das zeigen die Halbjahreszahlen anschaulich: Die Sparte Interior, die etwa Multimediaeinheiten für Fahrzeuge liefert, hat Probleme: Im Halbjahresvergleich brach der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um 22 Prozent ein. Mit 26 Prozent Rückgang lief das zweite Quartal noch schlechter. Automodelle mit Interior-Technik liefen aus und Entwicklungskosten stiegen an. Contis Finanzchef Wolfgang Schäfer sagte, die Wende sei in Sicht: Schon zum Jahresende solle Interior wieder wie gewohnt wachsen und verdienen. Angesichts der Reifen-Dominanz fallen die Probleme insgesamt aber kaum auf.

Die Pneus legten im Ebit im zweiten Quartal um 7 Prozent zu auf 645,4 Millionen Euro. Im ersten Halbjahr ergab sich bei der Kennziffer gar ein zweistelliges Plus über 11 Prozent auf 1,18 Milliarden Euro. NordLB-Branchenanalyst Frank Schwope nannte das "nahezu Traummargen".

Elektromobilität belastet

Auch die nach wie vor schleppend laufende Elektromobilität lastet auf den Conti-Zahlen: Das Geschäft mit Technik für Hybridantriebe lief schlechter als ein Jahr zuvor, die Verkäufe schrumpften. Aber Schäfer beobachtet seit dem Abgas-Skandal mehr Aufmerksamkeit für alternative Antriebe. Das Herstellerinteresse an Hybriden habe seitdem "deutlich zugenommen". Der Weg aber ist lang: In fünf Jahren erwartet er einen Anteil reiner E-Autos an den Neuzulassungen von 2 bis 3 Prozent weltweit. Für Hybridfahrzeuge könnten es dann 12 Prozent Anteil sein.

Die VW-Abgas-Affäre stellt auch den Diesel vor neue Herausforderungen. Absehbar striktere Umweltvorgaben machen vor allem in Kleinwagen Probleme: Größere Abgassysteme wie Katalysatoren benötigen mehr Platz und lasten auf der bei Kleinwagen engen Marge. Schäfer sagte: "Ich würde nicht ausschließen, dass wir mittelfristig gerade in den kleineren und dem unteren mittleren Segment eine gewisse Verschiebung weg vom Diesel und hin zum Benziner sehen."

Zweite Prognoseerhöhung in Folge

Contis Konzernumsatz wuchs in den ersten sechs Monaten um 2 Prozent auf gut 20 Milliarden Euro. Unterm Strich zog der Gewinn nach Zinsen und Steuern um 12 Prozent an auf fast 1,7 Milliarden Euro. Im laufenden Jahr soll die um Sondereffekte wie Zukäufe bereinigte Ebit-Marge statt zuletzt "rund 11 Prozent" nun auf "größer 11 Prozent" steigen. Conti will also von 100 Euro Umsatz vor Zinsen, Steuern und Einmaleffekten mehr als 11 Euro behalten. Es ist die zweite Prognoseerhöhung in Folge.

Ohne seine Auszubildenden zählt Conti inzwischen 215 000 Mitarbeiter weltweit; das sind ungefähr 10 000 mehr als noch vor einem Jahr.

  • Platz 10 unter den deutschen Top 10: Eberspächer. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich der Zulieferer um zwei  Plätze nach oben arbeiten - von Rang 57 auf 55 im Gesamtranking. Bild: Eberspächer

    Platz 10 unter den deutschen Top 10: Eberspächer. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich der Zulieferer um zwei Plätze nach oben arbeiten - von Rang 57 auf 55 im Gesamtranking. Bild: Eberspächer

  • Platz 9: Hella. Im Gesamtranking auf Platz 43, ist der Lippstädter Zulieferer von Platz 40 auf Platz 43 leicht abgerutscht. Bild: Hella

    Platz 9: Hella. Im Gesamtranking auf Platz 43, ist der Lippstädter Zulieferer von Platz 40 auf Platz 43 leicht abgerutscht. Bild: Hella

  • Platz 8: Brose. Die Coburger verbesserten sich im Top 100-Ranking von Platz 43 auf Platz 37 in diesem Jahr. Bild: Wikipedia

    Platz 8: Brose. Die Coburger verbesserten sich im Top 100-Ranking von Platz 43 auf Platz 37 in diesem Jahr. Bild: Wikipedia

  • Platz 7: ThyssenKrupp. Die Automobilzulieferer-Sparte des Konzerns belegt im Gesamtranking Platz 24 - gegenüber Rang 21 im Vorjahr. Bild: ThyssenKrupp

    Platz 7: ThyssenKrupp. Die Automobilzulieferer-Sparte des Konzerns belegt im Gesamtranking Platz 24 - gegenüber Rang 21 im Vorjahr. Bild: ThyssenKrupp

  • Platz 6: Schaeffler. Platz 23 im Gesamtranking bedeutet eine Verbesserung der Herzogenauracher um einen Rang gegenüber dem Vorjahr. Bild: Schaeffler

    Platz 6: Schaeffler. Platz 23 im Gesamtranking bedeutet eine Verbesserung der Herzogenauracher um einen Rang gegenüber dem Vorjahr. Bild: Schaeffler

  • Platz 5: BASF. Rang 21 unter den weltweiten Top 100 der Automobilzulieferer für die Ludwigshafener - gegenüber dem 19. Platz im Jahr 2015. Bild: BASF

    Platz 5: BASF. Rang 21 unter den weltweiten Top 100 der Automobilzulieferer für die Ludwigshafener - gegenüber dem 19. Platz im Jahr 2015. Bild: BASF

  • Platz 4: Mahle. Gesamtrang 18 bedeutet für die Stuttgarter eine Verbesserung um zwei Plätze zum Vorjahr. Bild: Mahle

    Platz 4: Mahle. Gesamtrang 18 bedeutet für die Stuttgarter eine Verbesserung um zwei Plätze zum Vorjahr. Bild: Mahle

  • Platz 3: ZF. Gesamtrang 6 unter den Top 100 -  gegenüber 2015 hat sich an der Platzierung nichts geändert. Bild: ZF

    Platz 3: ZF. Gesamtrang 6 unter den Top 100 - gegenüber 2015 hat sich an der Platzierung nichts geändert. Bild: ZF

  • Platz 2: Continental. Die Hannoveraner belegen wie im Vorjahr auch im Gesamtranking den zweiten Platz unter den weltweit größten Automobilzulieferern. Bild: Continental

    Platz 2: Continental. Die Hannoveraner belegen wie im Vorjahr auch im Gesamtranking den zweiten Platz unter den weltweit größten Automobilzulieferern. Bild: Continental

  • Platz 1 sowohl unter den deutschen Zulieferern wie auch global: Bosch - auch hier hat der Platzhirsch seine Position zum Vorjahr gehalten. Bild: Bosch

    Platz 1 sowohl unter den deutschen Zulieferern wie auch global: Bosch - auch hier hat der Platzhirsch seine Position zum Vorjahr gehalten. Bild: Bosch

Fotoshow: Die Top 10 der deutschen Automobilzulieferer

  • Platz 10 unter den deutschen Top 10: Eberspächer. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich der Zulieferer um zwei  Plätze nach oben arbeiten - von Rang 57 auf 55 im Gesamtranking. Bild: Eberspächer

    Platz 10 unter den deutschen Top 10: Eberspächer. Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich der Zulieferer um zwei Plätze nach oben arbeiten - von Rang 57 auf 55 im Gesamtranking. Bild: Eberspächer

  • Platz 9: Hella. Im Gesamtranking auf Platz 43, ist der Lippstädter Zulieferer von Platz 40 auf Platz 43 leicht abgerutscht. Bild: Hella

    Platz 9: Hella. Im Gesamtranking auf Platz 43, ist der Lippstädter Zulieferer von Platz 40 auf Platz 43 leicht abgerutscht. Bild: Hella

  • Platz 8: Brose. Die Coburger verbesserten sich im Top 100-Ranking von Platz 43 auf Platz 37 in diesem Jahr. Bild: Wikipedia

    Platz 8: Brose. Die Coburger verbesserten sich im Top 100-Ranking von Platz 43 auf Platz 37 in diesem Jahr. Bild: Wikipedia

  • Platz 7: ThyssenKrupp. Die Automobilzulieferer-Sparte des Konzerns belegt im Gesamtranking Platz 24 - gegenüber Rang 21 im Vorjahr. Bild: ThyssenKrupp

    Platz 7: ThyssenKrupp. Die Automobilzulieferer-Sparte des Konzerns belegt im Gesamtranking Platz 24 - gegenüber Rang 21 im Vorjahr. Bild: ThyssenKrupp

  • Platz 6: Schaeffler. Platz 23 im Gesamtranking bedeutet eine Verbesserung der Herzogenauracher um einen Rang gegenüber dem Vorjahr. Bild: Schaeffler

    Platz 6: Schaeffler. Platz 23 im Gesamtranking bedeutet eine Verbesserung der Herzogenauracher um einen Rang gegenüber dem Vorjahr. Bild: Schaeffler

  • Platz 5: BASF. Rang 21 unter den weltweiten Top 100 der Automobilzulieferer für die Ludwigshafener - gegenüber dem 19. Platz im Jahr 2015. Bild: BASF

    Platz 5: BASF. Rang 21 unter den weltweiten Top 100 der Automobilzulieferer für die Ludwigshafener - gegenüber dem 19. Platz im Jahr 2015. Bild: BASF

  • Platz 4: Mahle. Gesamtrang 18 bedeutet für die Stuttgarter eine Verbesserung um zwei Plätze zum Vorjahr. Bild: Mahle

    Platz 4: Mahle. Gesamtrang 18 bedeutet für die Stuttgarter eine Verbesserung um zwei Plätze zum Vorjahr. Bild: Mahle

  • Platz 3: ZF. Gesamtrang 6 unter den Top 100 -  gegenüber 2015 hat sich an der Platzierung nichts geändert. Bild: ZF

    Platz 3: ZF. Gesamtrang 6 unter den Top 100 - gegenüber 2015 hat sich an der Platzierung nichts geändert. Bild: ZF

  • Platz 2: Continental. Die Hannoveraner belegen wie im Vorjahr auch im Gesamtranking den zweiten Platz unter den weltweit größten Automobilzulieferern. Bild: Continental

    Platz 2: Continental. Die Hannoveraner belegen wie im Vorjahr auch im Gesamtranking den zweiten Platz unter den weltweit größten Automobilzulieferern. Bild: Continental

  • Platz 1 sowohl unter den deutschen Zulieferern wie auch global: Bosch - auch hier hat der Platzhirsch seine Position zum Vorjahr gehalten. Bild: Bosch

    Platz 1 sowohl unter den deutschen Zulieferern wie auch global: Bosch - auch hier hat der Platzhirsch seine Position zum Vorjahr gehalten. Bild: Bosch